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Märchen - Oskar Dähnhardt: Naturgeschichtliche Märchen


Maria und der Asphodill

In alter Zeit lebte ein sehr schönes Mädchen, das ging täglich hinaus auf das Feld und sammelte Asphodill, um der Muttergottes Kränze zu winden, doch nie gelang es ihm, viel davon zu bekommen, denn stets kam ein großer Ochse und würgte die Blüten gefräßig hinunter. Das war aber der Versucher. Da klagte das Mädchen der Muttergottes ihre Not und bat sie, das böse Tier zu vernichten, und sogleich legte die heilige Jungfrau in die Kelche des Asphodills ein Gift, das für den Menschen ungefährlich, den Tieren aber höchst schädlich ist. Der Ochse starb, und das Mädchen konnte nun täglich einen Kranz binden. Aber bald wurde es krank und konnte nicht mehr Blumen suchen. Da stieg die Muttergottes vom Himmel und bohrte mit ihren feinen Fingern eine lange Öffnung in den saftigen Stengel des Asphodills, so daß sie eine Blume in die andere stecken konnte. Auf diese Weise fertigte sie eine große Kette, und unten daran knüpfte sie einen Kranz aus frischen Himmelsasphodillen. Den ließ sie an der Kette sachte hinunter – bis vor das kranke, sterbenskranke Mädchen. Das ergriff den Kranz mit beiden Händen, und Maria erhob sie zu sich in den Himmel. Seit der Zeit ist der Stengel des Asphodills innen hohl, und die Tiere scheuen sich, von den Blüten zu genießen. –


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