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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Der Liebe Bedeutungen

Die Liebe soll ein Blitzstrahl seyn!
Wohl seh` ich die Bedeutung ein;
Kann man es immer doch gewahren,
Wie Blitz` aus schwarzen Augen fahren,
Und schlagen in ein Herz hinein:
Ist brennbar dieß, so zündet`s gleich,
Wo nicht, gibt`s einen Wasserstreich;
Und leget dann sich das Getümmel,
So kühlt sich dort und da der Himmel:
Drum muß — leicht sieht das Jeder ein,
Die Liebe wohl ein Blitzstrahl seyn.

Dann soll die Liebe ein Verein
Von zwei getrennten Hälften seyn,
Die einst ein Herz zusammen waren.
Darüber bin ich auch im Klaren,
Und sehe die Bedeutung ein:
Viel der Verliebten sind zu seh`n,
Die sich im Leben nicht versteh`n;
Es nie vergessen, nicht nach Jahren,
Daß einstens sie getrennet waren;
Drum muß die Liebe ein Verein
Von zwei verschied`nen Hälften seyn.

Die Lieb` soll eine Krankheit seyn,
Das sieht ein jedes Kind wohl ein;
Denn tausend Qualen, tausend Schmerzen
Entbrennen in dem wunden Herzen,
Und selbst die Lust wird noch zur Pein. —
Wie jede andre Krankheit wird
Die Lieb` auch manchesmal curirt,
Dürft nur nach Doctor Hymen senden,
Dann wird die Liebe schnell sich enden,
Und jede Spur verschwindet rein;
Nicht schwer muß diese Krankheit seyn.

Die Liebe soll ein Spielwerk sepn;
Auch darin tritt kein Zweifel ein:
Seht nur die Weiber, wie sie spielen
Mit unsern Schwüren und Gefühlen,
Und wechseln mit den Spielerey`n. —
Wenn Liebe etwas Höher`s war`,
Sie rächte wohl dafür sich schwer;
Doch eine Puppe muß es leiden,
Wirft man sie weg ob neuer Freuden;
Drum muß, — es tritt kein Zweifel ein,
Die Liebe wohl ein Spielzeug seyn.

Ein Gott soll gar die Liebe seyn?
Zu viel! das räum` ich ihr nicht ein;
Etwa von unterird`schen Göttern
So Einer, die stets auf uns wettern,
Und plagen uns, das konnte seyn.
Doch nein, auch davon ist sie weit;
Ein Gott besitzt Unsterblichkeit,

Die Liebe könnt ihr sterben sehen,
Wenn irgend raue Lüftchen wehen;
Drum, mag die Lieb` auch alles seyn,
Die Gottheit räum` ich ihr nicht ein.


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