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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Bischof Cletus

Der König bei seinen Schätzen saß,
Und diese mit gierigen Blicken maß;

Und wie er so schaut, wird er düster und stumm,
Es ging ihm wohl Vieles im Sinne herum.

Er sah da so manchen goldenen Topf,
Der kostete manchen Soldatenkopf.

Es flimmerte manches Edelgestein,
Das er nicht sich erworben durch edel seyn.

Da ward ihm wohl schwül, zog die Stirne kraus,
Und eng ward die Brust ihm im weiten Halts.

Er schellt: ein Edelknecht tritt in`s Gemach,
`Hohl` den Bischof Cletus!` der König sprach.

Herein tritt der alte ehrwürdige Mann,
Sieht den König lange und forschend an:

`Von dem Schatze da nimm, (so des Königs Wort)
`Was du fassen kannst Alter, und trag`s mit dir fort.

`Kauf` dafür den schönsten der Plätze im Reich,
`Und die fürnehmsten Künstlerdinge sogleich!

`Laß` die größten und festesten Bäume hau`n,
`In zwei Monden sollst eine Kirche mir bau`n.`

``Nein Herr! ``— versetzte der Bischof drauf,
``Von dem Golde bau` ich kein Gotteshaus auf.

``Die Mauern würden nicht lange steh`n,
``Der erste Wind würd`s zusammen weh`n.

``Der Ewige geht in ein Haus nicht ein,
``Wo der Teufel zuträgt jeglichen Stein.

``Drum wollest dein Geld einem Andern vertrau`n,
``Ich kann dir mit Fluch keinen Segen bau`n!

``Dein Gold glänzt im röthlichen Schein, schau` es an,
``Ach weh! der Armen Blut klebt daran!``

`Blut sagst du? — Trabanten herein! dieses Wort
`Beweise, sonst trägt man im Blute dich fort!`

Und der Bischof gelassen zum Schranke tritt vor,
Nimmt ein Goldstück heraus, hebt`s zum Himmel empor

Und bricht es entzwei jetzt mit gläubigem Muth,
Und sieh da — aus jedem der Theile fließt Blut.

Sein Antlitz strahlet im himmlischen Licht,
Der König sinket, sein Auge bricht.


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