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Gedicht - Heinrich Lautensack


Die Magd

Der Herr spricht:

Du bist ganz Magd, ganz Dienerin. Von Antlitz
gemeißelt nicht so sehr wie Meine Herrin;
und auch an Leib nicht allsosehr verfertigt
von Künstlerhand, so Elfenbein und Silber
und Mond.

Dein Haar ist Dienerinnenhaar; wie Herbst
und überreife Trauben sind die Brüste;
dein Knie zu wohlig, und dein Schoß zu weh,
zu fern das Lachen, gleichwie Tränen um
Nichts näher ...

Mich sticht seit sieben Tagen der Geruch
von dir! von deinem Leibe und Gewand
und Bett! wie einen Hund ein Feindsgeruch! ...
Dein Atem hungert fühllos, und dein Blut
verzeiht hilflos und tatlos, stumpf, wie tot,
alles Getane, eh es noch getan ...
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Liegts nicht wie Biblisch Land vor uns?
Du solltest

hoch auf dem hohen, widerwillgen, stolzen
vom HERRN verschlossnen Schoße meiner Herrin
Mir einen Sohn gebären – – – –


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