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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Die drei höchsten Momente der Liebe

(In drei Sonnetten)

I.

Das erste Erblicken der Geliebten.
Der Jüngling will ganz kalt durch`s Leben gehen,
Und nun auf einmal steht sie vor ihm da,
Die er im Traum schon öfters in sich sah,

Doch außer sich und wachend nie gesehen;
Er starrt und staunt, die Engel sind ihm nah,
Nun fängt er an sich selber zu verstehen,
Er weiß, wohin sich seine Wünsche drehen,

Er fühlt es, daß ein Wunder jetzt geschah.
Entgegen strömt ihr seines Blutes Welle,
Ihm ist, als müßt` er nichts mehr thun als schauen,
In ihre Augen ewig sich versenken.

`Sie ist`s!` dieß strahlt aus seiner Augen Helle,
`Sie ist`s!` so hallt`s ihm zu aus allen Auen,
`Sie ist`s!` nur dieß — nichts weiter kann er denken.

II. Das Veständniss

Es löst in Worten auf sich das Gefühl,
Das Flammenmeer, im Innersten verschlossen,
In einem Strome hat es sich ergossen,
Im Busen wird ihm nun so wohl und kühl.

Ich liebe dich! dieß Wort ist süß entflossen
Den Lippen; sprach er gleich der Worte viel,
Dieß einzige war aller andern Ziel.

Er wiederholt`s! sie hört`s stets unverdrossen.
Das Siegel seiner Wünsche ist erbrochen,
Das Herz ist auf die Zunge ihm getreten.

Wohl ihm! sie weiß zu deuten nun sein Pochen,
Die wetterschwang`re Wolke ist entladen,
Es traf der Blitz, doch traf er ohne Schaden,
Die Sonne strahlt, er darf zu ihr nun beten.

III. Der erste Kuss

Es führte von Korallen eine Brücke
Zur Seligkeit des Himmels ihn hinan,
Auf sammt`ne Kissen leitet seine Bahn,
Damit er ja das Herz nicht wund sich drücke.

Mit Perlen ist besetzt der Purpurkahn,
Der ihn vorbeischifft au dem Riff der Tücke,
Den Freibrief zu dem höchsten Erdenglücke,
Jetzt legt er ihm ein rothes Siegel an.

O himmlisch Bild! wenn gleichgestimmte Seelen
Im süßen Hauche in einander fließen,
Und sich in einem Flammendruck vermählen.
Zu mahlen dieß ist keiner Sprache eigen,

Der Mensch kann hier empfinden nur und schweigen,
Drum wollen sie der Rede Thore schließen.


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