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Gedicht - Karl Lappe


Dem Kronprinzen von Schweden

(Im October 1812.)

Daß wir dich Fremdling liebten, auf dich schauten,
Als auf den Retter, uns zum Heil gesandt;
Dir rückhaltlos mit Gut und Blut vertrauten;
Daß wir auf deinen Kopf, auf deine Hand.
Die oft getäuschte Hoffnung wieder bauten,
Erlös`t zu sehn das theure Vaterland:
Das ward dir kund bei uns auf jedem Schritte,
Er ging zum Palast oder ging zur Hütte.

Doch leise schlich ein wohl verzeihlich Bangen,
Weil wir dich liebten, in die Brust sich ein:
Wird seine Kraft dem großen Unterfangen,
In das sein Muth ihn reißt, gewachsen sein?
Verkennt er auch im eifernden Verlangen,
Was für Gefahren seinem Haupte dräu`n?
Todt ist noch nicht der Löwe, den wir jagen,
Er wird, wie nie, um Ehr` und Leben schlagen.

Du aber zogst mit stillem Selbstvertrauen,
Ein vielgeprüfter und bewährter Held,
Geübt den Blick, umsichtig vorzuschauen,
Furchtlos hinaus in der Entscheidung Feld.
Man muß auf Gott und eigne Tugend bauen,
Wenn auch die Hölle sich entgegen stellt.
Du tratest festbesonnen in die Schranken;
Die Welle tobt, doch wird der Fels nicht wanken.

Da sahn wir bald das finstre Grau`n der Schlachten
Mit trübem Ernst den Himmel überziehn,
Die Aussicht nun erhellen, nun umnachten,
Doch deinen Stern stets unverdunkelt glühn.
Vergeblich war des Feind`s erbittert Trachten:
Er drang nicht durch, er mußte sieglos fliehn;
Und Land auf Land ward über ihn gewonnen.
Das Raubthier eng umgarnet und umsponnen.

Und als der Leu verzweifelnd sich verschworen,
Die dreisten Jäger endlich zu zerstreun;
Da ward die Schlacht geschlagen, die erkoren,
Der Deutschen größte Freiheitsschlacht zu sein.
Die letzten Klauen hat er hier verloren,
Und mag sich nun, gezähmt, der Buße weihn.
Nun ist hinweggeschwemmt die lange Schande.
Sieg! Sieg! ertönt es durch die Deutschen Lande.

Wir jubeln mit. Wir führen eure Chöre
Voran, ihr Brüder! Unser ist der Held!
Und unser ist der Kranz der Siegesehre,
Der unserm Liebling um die Schläfe fällt.
Heil dir, o Prinz, und deinem tapfern Heere!
Die Welt ist frei, und ihr seid Stolz der Welt.
Doch laßt von Stolz und Menschenthun uns
schweigen, Gott hat`s gethan, vor dem wir still uns beugen.


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