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Gedicht - Karl Lappe


Schifferlied

Auf rollender Woge, auf schäumender Fluth,
Mit wallendem Wimpel, mit hüpfendem Kiel,
So schweben wir Schiffer mit fröhlichem Muth,
Und achten der lockenden Küste nicht viel.
Fahrt wohl, ihr Gestade, Gott mit uns, ihr Brüder!
Wir singen und rudern im Takte der Lieder.

Bewohnet den Hügel, bewohnet das Thal,
Ihr friedlichen Leute mit ängstlichem Sinn.
Euch dünket es Wollust, uns dünket es Qual.
Uns beut nur die Woge der Freude Gewinn.
Wir haben auch Hügel und Thäler, und schauen
Die Blume des Schaumes auf wallenden Auen.

Wie schleicht auf dem Lande das Leben so still!
Tief schlummert der Kräfte Bestreben alldort.
Wer leben und weben und regen sich will,
Der meide das Erdreich, der suche den Bord.
Im Wirbel des Sturmes auf Wogen zu schweben,
Das wecket der Kräfte lebendigstes Leben.

Was reizet dem Manne die muthige Brust?
Hindurch sich zu schlagen zum ehrenden Ziel!
Der Weise zu folgen ist knechtische Lust.
Frei schwebet stromabwärts, stromaufwärts der Kiel.
Auf eigenen Pfaden, nach freiem Gelüste,
Schwimmt Hiehin und dorthin der Schiffer zur Küste.

Zur Höhe! zur Höhe! Wann ringsum in Nacht
Die Ufer versinken, wann grenzlos die Fluth
Dem Auge sich beut in unendlicher Pracht,
Vom blauen Gewölbe des Himmels umruht —
Erhab`ners gewährt nicht die Erde zu schauen,
Dann schüttern den Busen Entzücken und Grauen

Was kreischet ihr Möwen weissagenden Laut?
Was streift ihr so flach an der Woge dahin?
Der wackere Schiffer, mit Stürmen vertraut,
Erblicket die Zeichen mit ruhigem Sinn;
Er fesselt die Segel, er waltet am Steuer,
Erscheine nur, Sturmwind! Wir trotzen dir, Dräuer?

In fliegender Windsbraut geht`s luftigen Tanz,
Es schlottern die Masten, es dröhnet der Kiel;
Die Leuchtung um zuckt uns mit röthlichem Glanz,
Es brausen die Wogen in wildem Gewühl.
Nun gilt es, ihr Brüder! auf, spannet die Kräfte
In männlicher Arbeit, im Heldengeschäfte!

Zerschellen die Balken? zersplittert der Mast?
Obsieget der Wog` und des Sturmwindes Wuth?
Wie Gott will! wie Gott will! Auch daraufgefaßt!
Wir kämpfen noch sinkend mit wälzender Fluth,
Und ruhn dann—es muß ja ein Grabmal uns werden,
Wie nimmer ein Prunkmal der Großen auf Erden.

Held Klarich ruhet, von Wellen umspült,
Im Flusse Busento, im Laufe des Stroms.
Hier haben die Gothen fein Grab ihm gewühlt,
Bestattend den hohen Eroberer Roms.
Wer buhlet mit ihm um den Vorrang der Ehre;
Wir thun es, wir siegen, wir ruhen im Meere.


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