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Gedicht - Gustav Pfizer


Die egyptische Finsternis

Auf eines Felsens kahler Spitze sehen
Die Völker, eins mit Angst and Grau`n
Und eins mit hoffendem Vertrau`n
Den Seher im Gebete flehen.

War es ein Blitz, der seine Heldenglieder:
In wildem Sturz zur Erde riss?
Jezt ist er seines Gott`s gewiss!
In Hoheitsglanz ersteht er wieder.

Zum Himmel sieht man ihn die Arme breiten —
Und schneit ein mätht`ges Schattenheer
Wie Wolkenflügel dicht und schwer
In grauen Nebeln niedergleiten.

Das Blau zerbirst. Aus gähnend offnen Schleussen
Sinkt schwer herab die alte Nacht.
Die schwärz`re Welle ringt mit Macht
Die hell`re haschend zu zerreissen.

Das Licht der klaren Sterne muss erblinden;
Die Erde saugt das Dunkel ein;
Erschrocken löscht der Flammen Schein,
Nacht steigt bis zu des Stromes Gründen.

Gelähmt ist selbst von solchen hangen Nöthen
Der Geist, der sich nach Zukunft sehnt.
In diesem öden Chaos gähnt
Ein Grab für tausend Morgenröthen.

Ein feindlich` Thron ist in der Nacht zu spüren.
Schon fühlen sie die Finsterniss
Mit keckem, kaltem Schlangenbiss
Die banggepresste Brust umschnüren.

Die Seele reizet mehr kein Bild des Strebens.
Der Liebe Stimme selbst ist stumm;
Kein Priester dreht die Sanduhr um,
Und schaudernd stockt der Puls des Lebens.


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