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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Das Weib

Zum Gegenstande seines Liedes machen
Die schön`re Hälfte dieser schönen Welt,
Das heißt auch die geübteste der Leiern
Unmöglichem Gelingen bloßgestellt.

Wie darf man wagen ein Porträt zu malen,
Von Zügen, die sich andern schnell und leicht?
Von einem Bilds, das noch nie ein Pinsel,
Und wär` er Göttern abgeborgt, erreicht?

Was ist das Weib? kann`s Einer schnell mir sagen,
Ich setz` ihm einen Ungeheuern Preis;
Am wenigsten weiß der es auszudrücken,
Der es am heftigsten zu lieben weiß;
Der Polstein ist`s, der Alles an sich ziehet,
Zu allen edlen Flammen ist`s der Docht,
Ein Zauberwesen, das, vom Aug` erblicket,
Alsbald auch jedes Herz hat unterjocht.

Die Schöpfung hat nichts Schönes aufzuweisen,
Womit sie diesen Liebling nicht geschmückt,
Zufrieden lächelte Natur als einstens
Im ersten Weib sie selbst sich hat erblickt,
Im Schooß des Weibes hat der güt`ge Himmel
Auch das, was Männer schmücket, deponirt,
Nur unsre Mängel sind aus uns entstanden;
Aus ihnen jede Tugend, die uns ziert.

Das Weib verschönert Alles uns auf Erden,
Uns lächelt überall ein Paradies,
Wo immer wir an ihrem Arme wandeln,
Und Höll` ist dort, wo uns das Weib verließ;
Sie trocknet Thränen und macht Thränen rinnen,
Verwundet und heilt auch mit sanfter Hand;

Die Engel blickten neidisch nach der Erde
Als auf des Schopfers Wink das Weib entstand.
Was soll ich aber erst vom Weibe sagen,
Wenn sie errungen hat des Daseins Preis,
Wenn sie erfüllt die süßeste Bestimmung,
Als Mutter dasteht in der Kinder Kreis?
Als Mutter! — Der du bist vom Weib geboren,
Fühlst du dieß Wort? Drum ende mein Gedicht.
Verstand und Witz! ihr seid zu arm, müßt schweigen,
Wo die Natur mit tausend Zungen spricht.


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