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Gedicht - Karl Lappe


Am Morgen

Willkommen, Tag, von Gott gesandt,
Mit allem, was du trägest
In der verschlossnen Hand!

Gegrüßt, du heller Morgenglanz!
Wofür hast du geflochten
Den feuerrothen Kranz?

Sprich, für die Braut? sprich, für das Grab?
Winkt auf die stille Hütte
Glück oder Gluth herab?

Sind`s Rosen nur, sind`s Thronen nicht?
Nicht blutgefärbte Schrecken? —
Du schweigst und wallst in Licht.

Denn schweigend rollt des Menschen Loos.
Vergeblich, daß wir fragen
Der öden Wolke Schooß.

Nicht für den Tag, den kurzen Tag
Ist, wer da gut zu sagen,
Zu bürgen dir, vermag.

Nur hingelebt! und forsche nicht.
Sobald der Himmel lächelt,
Sei auch die Erde Licht.

O, köstlich süß ist Sonnenglühn.
Von Morgenroth umstrahlet
Steht alle Hoffnung grün.

Begraben hat die Nacht den Schmerz,
Die alles stillt und schlichtet.
Nun hoffe, thöricht Herz!

Nicht Sünde scheint der Wünsche Traum.
Für eine Welt der Freuden
Hat die Sekunde Raum.

Ich webe selbst am Leben mit:
Der Mensch mit schwachen Händen
Ist seines Glückes Schmidt.

Zu neuem Leben neuen Muth!
Am Morgen soll man hoffen:
Doch was da kömmt, ist gut.


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