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Gedicht - Gustav Pfizer


Lust und Schmerz

Wenn truuken ist der Geist von seliges Gluthen,
Dann taucht er nieder in des Liedes Fluthen;
Und immer frisch und jugendlich und heil
Strömt weiter der beseelte Silberquell,
Haucht lichte Wolken zu des Himmels Schoosse,
Und perlt als Thau im duft`gen Kelch der Rose.
Doch wenn die Trauer, farbenlos und schwer,
Den Geist umrauscht, ein uferloses Meer,
(Und einen Schmerz giebt`s, den nicht heilt die Zeit,
Dass Heiligkeit die Lindrung selbst entweiht;)
Dann giess nicht aus des Liedes weichen Schall!
Sonst trübt zu schnödem Eis sich der Krystall, —
Den festen Gram musst du im Busen tragen,
Denn jede Klage raubt ein Recht zu klagen!
Des Marmors ewiges Gestein erwähle,
Und bilde deiner Nachtumflorten Seele
Schmerzvolle Züge künstlerisch ihm ein;
Lass ihn die Trauer selbst, nicht Bild nur seyn! —
Es wächst der Ernst mit jedem Meisselschlage;
Vorüber geht die Welt mit scheuer Frage:
`Wie solcher Trieb der kranken Brust wohl kam?
`Wie solchen Sohn gezeugt der stumme Gram?`
Du aber schaust im bleichen Gegenbild
Verdoppelt deinen Schmerz und nicht gestillt,
Der tiefer stets sich in den Marmor gräbt,
Und drin ein schmerzvoll stilles Leben lebt.


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