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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Nichts und Etwas

Wenn ich ein Liedchen mach` auf Nichts,
So mach` ich denn doch immer Etwas;
So manch Gedicht enthält ja Nichts,
Und doch schreit man es aus für Etwas;
Von andern wieder sagt man Nichts,
Obschon daraus zu lernen Etwas;
Drum gilt mir Lob und Tadel Nichts,
Und alle Tage dicht ich Etwas.

Das Beispiel lehrt: Der tauge Nichts,
Der plötzlich kommt von Nichts zu Etwas;
Der Eine macht aus Etwas Nichts,
Der Andre macht aus Nichts schnell Etwas.
Man ärgert oft sich über Nichts,
Wird wieder gut auch ohne Etwas.
Gott schuf die ganze Welt aus Nichts,
Und, Mensch, du glaubst, du seiest Etwas?

Bist arm du und besitzest Nichts,
So gibt dir keine Seele Etwas,
Im Gegentheil, bedarfst du Nichts,
So bietet alle Welt dir Etwas;
Drum hoffe von den Freunden Nichts,
Und lege dir bei Seite Etwas;
Ich meine Geld nicht, das ist Nichts,
Doch Wissenschaften, die sind Etwas.

Wer alles Andre hält für Nichts,
Die Tugend nur allein für Etwas,
Den kümmert und dem schadet Nichts,
In seinem Busen flüstert Etwas:
Du thatest hier des Bösen Nichts,
Doch thatest du des Guten Etwas;
Und wirst du einstens hier zu Nichts,
So hoffe, Jenseits ist ein Etwas.


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