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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Laß mich schlafen

Was weckst du mich zum Trauertage?
Die Nacht nur ist mein treuer Freund,
Sie hat gestillt der Sehnsucht Klage,
Mit der Geliebten mich vereint:
Wir saßen unter Lindenbäumen,
Und kos`ten, trotzend dem Geschick;
Gönn` mir den Schlummer, laß mich träumen,
Du siehst, im Schlafe blüht mein Glück,
O Freund! weck` mich nicht,
Ich scheue Tag und Licht.
Es brannte Gluth auf ihren Wangen,
Und doch lag Schnee auf ihrer Brust,
Sie stürzte jäh mit scheuem Bangen
Mir in den Arm, sich kaum bewußt;
Ich sah den Becher vor mir schäumen,
Entgensprudelnd mir mein Glück,
Da weckst du mich: — o laß mich träumen;
Gib mir des Schlummers Luft zurück.
O Freund! weck` mich nicht,
Ich scheue Tag und Licht!
Jetzt hatte Hymen uns verbunden,
Die Fackel loscht` er, und entwich,
Die Erde war für uns entschwunden,
Es öffnete der Himmel sich:
Da scholl ein Ruf aus ird`schen Räumen,
Ruft mich zur Nüchternheit zurück,
Gönn` mir den Schlaf und laß mich träumen,
Du siehst, im Schlafe blüht mein Glück.
Freund! weck` mich nicht,
Ich scheue Tag und Licht.


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