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Gedicht - Gustav Pfizer


Die Sommergeister

Sommers laufen in Mittagsglut
Ohne die Sohlen zu ritzen,
Luftige Geister ohne Blut
Über der Ähren Spitzen.

Wenn die Erde recht dürr und heiß,
Werden sie erst lebendig;
Wenn der Himmel vor Hitze weiß,
Spielen sie fort beständig.

Jedes Wölkchen die Kinder verscheucht,
Daß sie sich eilig verschlupfen;
Wenn ihnen würden die Füßen feucht,
Stürben sie hin am Schnupfen.

Leicht gekleidet im güldenen Hemd,
Glänzen die weißen Gliedchen;
In silberner Sprache, seltsam und fremd,
Singen sie köstliche Liedchen.

Doch wenn die Sichel mit drohenden Schall
Schwingen gebräunte Hände,
Dann hat der glänzende Kinderball,
Das Spiel des Sommers ein Ende.

Fröstelnd in Höhlen kauern sie
Sich jetzt im Herbste zusammen;
Sehnend und weinend betrauern sie
Des Sommers liebliche Flammen.


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