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Gedicht - Gustav Pfizer


Der Soldat vor der Schlacht

Sey stille mein Herz und schlage nicht so!
Ist Alles denn tun, wenn die Liebe entfloh?

Ich bin nicht verlassen. Ich hab eine Braut,
Ich bin ja der Fahne mit Eid angetraut.

Es strahlte das Mädchen mit Golde geschmückt;
Doch glänzt auch das Eisen, wenn Sonne drauf blickt.

Es ist wohl ein schöner Tanzplatz zu Haus,
Doch zieht man noch weiter und freier hier aus.

Ich hätt` eilte schöne Musik bestellt,
Doch blasen sie schöner hier ohn` Entgeld.

Viel glänzenden Flachs sich mein Liebchen spann;
Ein Leichenhemd genüget dem Kriegesmann.

Viel Felder brach um ihres Vaters Pflug;
Hier hab` ich an ein Paar Schollen genug.

Viel schwellenden Flaum in die Kissen sie goss,
Doch schläft sich`s auch sanft unter`m Heidemoos.

Die Feuer erlöschen; der Morgen graut,
Die Hochzeitgäste sie werden laut.

Es erhebt sich wildes, wüstes Geschrei!
Ach wäre der heisse Tag vorbei!

Dann schliesst sich die Brautkammer hinter mir zu
Und Kam`raden wünschen mir sanfte Ruh`.

Ich schlummere still und kräht auch der Hahn,
Er kündigt zu früh mir den Morgen nicht an.

Und Einer nur bangt, wenn die Hochzeit sie hört:
`Dass nur mir der Bräut`gam die Ruhe nicht stört!`


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