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Gedicht - Carl Immermann


Euterpe

Schwanke der Geist das Leben hindurch auf kreuzenden Bahnen!
Richtete doch nur das Herz immer zum Rechten sich hin!
Aber der Nadel vergleich` ich das Herz, der Nadel im Compaß,
Zitternd, unruhig, und stets weichend vom Pole zurück.
Wechsel umkränze den freundlichen Wahn, der zu Weibern uns hindrängt,
Zärtlicher liebt, wer voraus weiß, daß die Liebe so kurz.
Fürchtest du, jeglicher Kuß sey der letzte, den du geküsset,
Giebst und verlangst du das Herz gänzlich in jeglichem Kuß.
Aber der heilige Bund, den fromm am Altar der Jugend,
Himmlischen Feuers erfüllt, Männer beschwören: der Bund
Sollte bestehn! Er sollte bestehn, ob Alles sich wandle,
Durch der Parteien Gezänk sollte die Freundschaft bestehn!
Saiten, ertönet vom traurigsten Ton! Begleitet die Klage,
Daß sich das treuste Gefühl falsch mir und trüglich gezeigt!
Einem Freunde gesellt von den frühesten Tagen der Kindheit,
Hofft` ich, wir gingen vereint hin zum gemeinsamen Grab.
Jünger war er, verständiger doch! Er hat mir geholfen,
Wenn mein umdüsterter Blick Wege und Stege nicht sah.
Faßt` ich die redliche Hand, ich fühlte mich doppelt, gewaffnet,
Blickt` er in`s Auge mi, froh glänzte sein Auge zurück.
Alles vorüber! Zerrissen das Band! Wir suchen verlegen
Jetzo gleichgültiges Wort, treffen wir leider uns noch.
Und was geschah? Ach, nichts ist geschehen! Wie denken verschieden:
Kalt, ein geschliffenes Schwert, zwischen uns steht der Begriff,
Siehe, so ist es! Wir scheinen zu suchen den Menschen; wir suchen
Aber im Menschen allein stets unsern eignen Begriff!


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