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Gedicht - Carl Immermann


Die vergnügte Laube

Nächtlich in der Laube Grün
Sitzen wir an eichnen Tischen;
Komme, wem die Sinne glühn,
Sich mit uns hier zu erfrischen!
Vorher müßt ihr dazu thun,
Euch den Staub von euren
Reinlich abzuwischhen!

Reinlich hier ein Jeder ist,
Und wir denken uns nicht wenig,
Keiner sich vergleicht und mißt,
Aber? Jeder ist ein König!
Sind doch, unsre Füße stark,
Glüht in unsern Adern Mark,
Und fürwahr nicht wenig!

Alle haben wir den Muth,
Unser Leben zu genießen,
Und von unserm Gut und Blut
Mag auf Andre auch was fließen,
Opfern mögen wir uns nicht,
Das ist nur der Bettler Pflicht,
Und muß uns verdrießen.

Diese Erde leidet sehr
An viel tausend Mängeln!
Doch wir machen uns nicht schwer
Unser Herz mit Quängeln.
Nach Verdienste eingericht`t
Scheint uns Alles, wir sind nicht
Von den reinen Engeln.

Wir` die Welt nur Schand` und Spott,
Und ein Gräuelhaufen eben,
Hätte sie der liebe Gott
Längst dem Teufel übergeben.
Aber da sie geht und steht,
Geben wir auch das Decret:
Unsre Welt soll leben!

Hassen jede halbe Lust,
Hassen alles sanfte Klimpern,
Sind uns keiner Schuld bewußt,
Warum sollten wir denn zimpern?
Seufzend nieder blickt der Wicht,
Doch der Brave hebt zum Licht
Seine reinen Wimpern.

Jezuweilen wenden sacht
Wir empor die heiße Stirne,
Und da sehn wir in der Nacht
Culminirende Gestirne.
Hat auch, einer sich verirrt,
Gleich zurechtgewiesen wird
Dadurch sein Gehirne.

Wie wir also selig sind,
Lebt in uns der feste Glaube,
Daß uns himmelwärts ein Wind
Gottgesandt der Erde raube;
Neues Bild am Firmament,
Das der Astronome nennt:
Die vergnügte taube!


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