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Gedicht - Carl Immermann


Terpsichore

Nimmer hab` ich die Bälle geliebt, des wüsten Geschwärmes
Summende Alltagsmusik, Hitze und Lichter und Staub!
Schau sie dir an, die Damen und Herrn, du entdeckest kein Antlitz,
Welches die Lust sich erkor, heiter zu thronen darin,
Sondern sie blicken so trocken und ernst, als verrichteten wahrlich
Sie nach der Geige Gequiek trüb ein verdrießlich Geschäft.
Und wohl ist`s ein verdrießlich Geschäft, ein trocknes und ernstes,
Was, Ecossaise genannt, lärmet sechs Stunden hindurch.
Nein, da lob ich mir andere Feste, wie täglich Rosalie
Sie mir im Zimmerchen giebt, schöner denn jeglicher Ball.
Denn ob die Liebliche stehet und geht, sich ruhet, sich neiget,
Alles so sicher und schön, Alles harmonisches Maaß.
Frei und gefällig hin schwebet der Schritt! Süß ist das Verweilen!
Grazie führet den Arm, Grazie beschwinget den Fuß.
Seh` ich den stets sich erneuenden Tanz, den die Herrliche tanzet,
Hör` ich vernehmlich Musik, aber wo tönet sie nur?
Wo sie dir tönt? - Wenn das Auge sich freut der vollkommnen Bewegung,
Dichtet das durstende Ohr sich den begleitenden Laut.
Also schauet der Vater der Welt! der erhabne Kronide
Ernst auf dem himmlischen Thron, schaut in den Reigen des Alls.
Stumm hin wandeln vor ihm die Stern` in den goldenen Kreisen;
Aber sein göttliches Ohr höret der Sphären Gesang.


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