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Gedicht - Gustav Pfizer


Verwandlungen

Nach Mährchen horcht noch immer dieses Herz —
Mag man es kindisch, unvernünftig nennen!
Es möchte sich von jenem Farbenscherz
Nur mit dem letzten Athemzuge trennen;
Es möchte in erträumter Lust und Schmerz
Das Bild des Lebens, das es flieht, erkennen;
Es möchte sich mit durstig langem Zuge
Berauschen aus der Fabel Silberkruge.

Wohl haben sie mit klugem kaltem Sinn
Der Welt die lust`gen Kleider ausgezogen;`
In wüsten Schaum schmolz der Crystall dahin,
Um ihre Stirn ist jeder Traum verflogen;
Sie haben, suchend ernstlichen Gewinn,
Sich um des Lebens Heiterkeit betrogen,
Und stehen nun mit nüchternem Verdrusse
An ihrer Tage farbenlosem Flusse.

Verwandlung — dieser süsse Zauberton
Dringt tief an`s Herz aus jenen alten Sagen;
Ein Wink, ein Wörtchen nur — da sieht man schon
Statt alter Hütten stolze Tempel ragen;
Es wird der welke -Greis zum Königssohn
Und schmachtet hin in süssen Liebesklagen,
Doch Leid und Nacht und Tod sind nur die Brücke
Zu wanderbarem morgenhellem Glücke.

Drum ging ich durstend der Verwandlung nach,
Wo eine leise Spur ich konnt` ergründen;
Ich flehte Wald und Fels und Quell und Bach
Mir von Verzauberungen zu verkünden,
Und tausend alte Stimmen rief ich wach
Zu neuem Reiz das Leben zu entzünden,
Und aus der Mährchen ausgelöschter Pracht
Mit einem Stern zu schmücken untre Nacht.


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