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Gedicht - Karl Lappe


Die Wasserblume

Mümmelchen, o Mümmelchen,
Kind, was bist du schöne!
    Wie strahlst du auf der Welle,
    Gestickt mit Silberhelle,
    O Blume, stolz gebaut!
    Halb Tulpe, halb Narzisse,
    Du bist bezaubernd, wisse!
    Undinchen, Wasserbraut!

Mümmelchen, o Mümmelchen,
Schönchen, sprich, von wannen?
    Dich schickten wohl zu Tage
    Die Mummelleutchen, sage!
    Tief aus des Borgwalls Schlund:
    Sie, die verborgen Hausen,
    In ihren blauen Klausen,
    Auf der Gewässer Grund?

Mümmelchen, o Mümmelchen,
Laß dich fahn und fangen.
    Du bist dem Licht gegeben,
    Dem heitern Sonnenleben,
    Mußt nun  des Menschen sein.
    Du schwimmst auf meinem Graben,
    Kein andrer soll dich haben,
    Mein bist du, Mädchen, mein.

Mümmelchen, o Mümmelchen,
Laß dich näher wiegen. —
    Und als sie mich vernommen,
    Und als sie kam geschwommen,
    Rasch streckt` ich aus die Hand.
    Nur sie war mein Gedanke,
    Ich faßte fest die Schlanke,
    Und hob sie an das Land.

Mümmelchen, o Mümmelchen,
Wunder über Wunder!
    Wer Mädchen meint zu fangen,
    Verliert gar leicht Verlangen,
    Wunsch, Hoffnung und Bemühn.
    Verschwunden war der Engel:
    Ich hielt an langem Stengel
    Ein Blümchen, weiß und grün.


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