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Gedicht - Carl Immermann


Der Abenteurer

Junge, schnüre meinen Ranzen,
Denn ich muss wahrhaftig fort!
Alle haben mich im Ganzen
Nicht sehr lieb an diesem Ort;
Es ist Zeit, sich zu verändern,
Gehts nach Norden oder Süd,
Umzuschauen in fremden Ländern,
Wie wohl dort der Weizen blüht?

Alle Männer sind mir Feinde,
Und vom guten Wahn geheilt;
Die vortreffliche Gemeinde
Merkt, wie sie mich langweilt,
Wie sie schachern, wie sie trödeln,
Hielt ich noch so ziemlich aus,
Aber wie sie sich veredeln,
Nein, das ist ein wahrer Graus!

In der Weiber Thränenwetter
hab` ich lang mein Glück gemacht,
Doch nun heißen sie mich Spötter,
Weil sie sahn, wie ich gelacht.
Mit dem Körper ohne Fehle
Schaun sie sich im Spiegel an;
Ich soll` ihrer schönen Seele
Spiegel werden, als Galan.

Von den allerschärfsten Basen
Formte sich ein Bataillon,
Deren weiße, spitze Nasen
In mir wittern den Eujon:
Wackeln sämtlich mit dem Haupte,
Trank ich mich ein bisschen voll,
Und wenn ich ein Küsschen raubte,
Bringen sie`s zu Protokoll.

Darum Junge, schnür den Ranzen!
Es ist Zeit, von diesem Ort
In die weite Welt zu tanzen,
Über Berg` und Ströme fort.
Vivant alle neuen Städtchen!
Vovat jedes frische Nest
Vivant die geliebten Mädchen,
Die nicht gleich uns halten fest.

Eine Kugel ist die Erde,
Und zwei Bein` hat Jedermann,
Reiten lassen sich die Pferde,
Räder sind am Wagen dran;
Geht, das Alles will uns sagen,
Dass wir uns von dannen troll`n,
Und zu Fuß, zu Pferd, zu Wagen
Um die Kugeln rennen soll`n!


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