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Gedicht - Benedikt Waldeck


Ein Traum

Juli 1824

Es lagen bunte Blumenauen
Vor meinem Blicke wunderschön;
Wie freut` es mich, sie anzuschauen,
O, könnt` ich mich darauf ergeh`n!

Der Himmel war so blau und heiter,
Die Sonne schien in voller Pracht,
Da lachen Bäume, lachen Kräuter,
Ringsum die ganze Erde lacht.

Aus einem Wald von Goldorangen,
Der auf dem grünen Hügel stand,
Sah ich ein Schloß gar herrlich prangen,
Erbaut aus lichtem Diamant.

Ich hört` ein wundersames Klingen,
Gleich einer Aeolsharfe Laut
Wohl aus den goldnen Zweigen dringen,
Und als ich eben stand und schaut` —

Da tritt im langen Festtalare
Ein königlicher Mann hervor,
Mit hoher Stirn, mit blondem Haare;
Da jubelte der Vögel Chor.

Und heller, heller ward der Himmel,
Und glühender die Sonne schien,
Und schau`, im bunten Festgewimmel
Drängt Thier und Pflanze sich um ihn.

Er aber, in der Seinen Mitte,
Den alten Männerherrschern gleich,
Geht stolz einher mit festem Tritte,
Sein ist das wunderbare Reich.

Doch zwischen mir und seinen Auen,
Erbaut aus Steinen, Koth und Schlamm
Ein Kobold, häßlich anzuschauen,
Urplötzlich einen großen Damm.

Den wollt` ich stürmen - da erwacht` ich,
Die Sonne schien in`s Zimmer frisch,
Den unwillkomm`nen Kamin betracht` ich:
Es war mein eigner — Actentisch.


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