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Gedicht - Gustav Pfizer


Verlust

Ja verloren, verloren ist sie der liebenden Seele!
Und dem unendlichen Leid bleibt die unendliche Zeit.
Seyd mir gesegnet, o Tage, wo noch mit glühenden Farben
Mir der Zukunft Verlust weinend die Hoffnung bemahlt.
Könnte das blutende Herz sich der Gegenwart Trauer entwinden :
Gerne gäb` ich, ein Kind, wissend der Täuschung mich hin;
Aber mich hält mit den Krallen des Adlers die grause Gewissheit,
Um das verlorene Kind flattert die Freude von fern.
Einmal in hundert Jahren entfaltet die Aloe Blüthen
Und in den flammenden Schooss senkt sich der liebliche Duft.
Da überstrahlet die Stolze die Blumen alle an Schönheit,
Die in des Glanzes Moment eine Unendlichkeit drängt;
Aber dann geh`n an der Freudlosen still die Jahre vorüber,
Weil man hienieden den Glanz nur mit dem Leben bezahlt.
So auch hab` ich geblüht und die feurige Sonne der Liebe
Hat der sehnenden Brust zartes Geheimniss geweckt.
Aber voraus jezt hab` ich des Lebens Wonne empfangen,
Und es geht mir der Rest farben - und blüthenlos hin.
O! der Blume entsinkt mit dein fallenden Blatt das Bewusstseyn,

Und nur der Wandernde weint, wenn die Gewelkte er schaut.
Mir aber bleibt in der Brust des Blüthenglückes Erinnrung,
Bleibt der Gedanke zurück, dass es auf immer dahin,
Wenn du, o mächtiger Geist, der den Liebenden waltet auf Erden,
Der du zu kurzem Gewinn Rosen mir wandest um`s Haupt:
Wenn du, auch derer noch denkst, die, im Hain der Verlassenheit wallend,
Nimmer im goldenen Buch deiner Begünstigten steh`n:
Lass mich sie nie mehr schau`n, die meinem Herzen verloren,
Wenn einst die Zeit meiner Brust brausende Wellen besiegt!
Denn ich verginge vor Jammer, wenn, die ich geliebt, als die Jugend,
Ueber den sterblichen Leib himmlische Reize gestreut:
Als auf den blühenden Wangen ein süssbeglückender Frühling
Und in der Augen Pracht eine Unsterblichkeit lag:
Wenn ich sie schaute gealtert und nicht mehr erkennte die Züge,
Die den Glücklichen einst seiner vergessen gemacht.
Sah` ich das bleiche Gespenst auf dem Grabe verblüheter Schönheit,
Selbst zum Grabe gebeugt die einst so schlanke Gestalt:
Grausend erfasste mich dann der Schönheit vergängliches Schicksal,
Und mit dem lieben Idol bräche mein blutendes Herz.
Schelte mich drum, wem besonnen der Sinn, dass mich Anmuth begeistert,
Dass durch der Schönheit Gewalt Tugend das Herz mir bezwingt:

Fern sey der Schwachheit die Schaam! im Lichtkleid irdischer Schönheit
Giebt dem durstigen Geist sich das Unsterbliche kund.
Aber die Jugend entflieht, und die Schönheit welkt mit dem Tage,
Und der Vergangenheit Glück bleicht wie ein Schatten des, Traums!
Darum erscheine mir nimmer, Geliebteste! du, deren Nähe
Einst mich zum Gotte gemacht, wenn dich nicht Jugend mehr schmückt,
Jugendlich jezt in der Brust lebt mir, der bittersten Thränen
Süssester Quell, dein Bild, aller Holdseligkeit voll.
Aber dann könnte das Leben vernichten den Zauber der Sehnsucht,
Und mich zerstörte der Gram um den entrissenen Schmerz.


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