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Gedicht - Ferdinand Raimund


An Schillers Nachruhm

In stiller Nacht, beim düstern Lampenscheine
Hast du oft tief dein sinnend` Haupt gesenkt;
Hoch wiegt dein Nachruhm nun mit Stolz das Seine,
Weil mit dem Höchsten du die Kunst beschenkt.
In fremden Sprachen deinen Geist verkündend,
Fragt er die Welt; ob je ein Dichter sang,
Der, seinen Ruf durch höheres Recht begründend,
Die Liebe seiner Nation errang?
Dir ist des Ruhmes seltner Doppelorden;
Bewunderung und Lieb` zugleich geworden!
Wer hat wie du fürs deutsche Volk geschrieben?
Hat Jüngling, Mann und Greis gleich hoch entzückt?
Wer Völker lehrt, verdient, daß sie ihn lieben,
Wer Glück bereitet, sei auch selbst beglückt.
Warst du es auch? und konntest du es werden?
Ragt Sehnsucht nicht aus deinem Lied empor?
Lebt ein Gemüt, das rein beglückt auf Erden?
Der Weise lügt es oft, es wähnt`s der Tor;
Doch was das Leben auch an dir verbrochen,
Du hast dich durch Unsterblichkeit gerochen!

Dein Name lebt, dem frechen Tod zum Hohne,
Der stets der Welt zu früh das Beßre raubt.
Schon rüstet Deutschland sich, die Marmorkrone
Zu drücken auf dein ew`ges Dichterhaupt.
Ein Monument wird einst der Nachwelt lehren,
(Nicht wie du schriebst, dies kündet nur dein Lied,)
Daß Deutschland seltne Männer weiß zu ehren,
Und für der Dichtkunst Hoheit noch entglüht.
Der Himmel kann dir höhren Lohn noch bieten!
Die Erde tat, was sie vermag hienieden.


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