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Gedicht - Carl Immermann


In der Heimath

Ich sitz` im Gartenhause
Still in der Dämmerung;
Vor`m Fenster flüstern krause
Blattranken grün und jung.

Viel muntre kleine Rosen
Gucken darunter vor,
Sie wollen mit mir tosen,
Habe für sie kein Ohr.

Zwei stämm`ge Apfelbäume
Blühen dort voll und reich,
Und meine Kinderträume
Hangen an jedem Zweig.

Der Vater hat am Garten
Immer sein Herz ergötzt,
Kann seiner nicht mehr warten,
Denn er ward beigesetzt.

Die Bäume und das Gesträuche
Pflanzt er in sauren Mühn;
Der Vater ward eine Leiche,
Bäume und Sträucher blühn.

Er hat hier oft gesessen --
-- `S ist meiner Eltern Haus --
Getrunken und gegessen:
Das ist nun lange aus!

Mir thönen ferne Glocken
Weinenden Wehmutsklang;
Die alten Zeiten locken
Heimlich mit ernstem Sang.

Und wenn der Mond erschienen,
Voll seine Scheibe weist,
So tritt mit stillen Mienen
Zu mir des Vaters Geist.

Ich bitt` ihn oft, zu gehen;
`S ist mir so schauerlich.
Er bleibt geduldig stehen,
Blickt immerdar auf mich.

Wer hat dir todtem Greise
Grabes Frieden geraubt? --
Er schweigt, und schüttelt leise-
Warnend das Nebelhaupt


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