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Gedicht - Carl Immermann


Vergißmeinnicht

Ich lag an Liebchens warmer, treuer Brust,
In Freude nicht, wir waren leidbewußt;
Ein herber Schmerz entbrannte in uns Beiden:
Der Abschiedsschmerz — es ging zu ew`gem Scheiden;
Da weinet sie, und ihre Lippe spricht:
Vergißmeinnicht!

Ich ging hinaus, an Wald nnd Feld vorüber,
Schwarz war die Erde, schwarz der Himmel drüber;
Ich kam zum Bach, ich kam zum Brückensteg,
Dem tausendmal geschrittnen Lebesweg,
Da stehn an Baches Rande voll und dicht
Vergißmeinnicht.

Sie blicken zu mir auf so innigblau,
In jedem Blümlein hingt ein Tropfen Thau;
Aus allen Blumen schauet die Geliebte,
Aus jeder Blume weinet die Betrübte:
Ich bitte dich, ob auch dein Herz zerbricht,
Vergißmeinnicht!

Ich warf die Brücke in den schnellen Bach,
Sie schwamm dahin, ich aber rief ihr nach:
Du trugst mich oft zu meinem reinen Glücke,
Das Glück ist hin! Was soll denn noch die Brücke?
Drauf pflückt` ich mit verweifelndem Gesicht
Vergißmeinnicht.

Die Blum` ist welk, die Brücke ist vermodert,
Doch Lieb` ist frisch, und Lieb` im Herzen lodert!
Es war das letztemal, daß ich sie sah,
Wie ist das nur? Sie bleibt mir immer nah.
Stirbt Liebes-Lust, ruft lauter Liebes-Pflicht
Vergißmeinnicht!


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