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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Platz für Alles

I.

In des Frohsinns Blüthenauen
Hüpft das Knäblein Theobald,
Und er kann nicht satt sich schauen
An der Blumen buntem Wald;

Und er pflücket ohne Ende
Jedes Blümlein, das ihm lacht,
Voll sind Haupt und Brust und Hände
Von der farbenreichen Pracht.

Doch wohin soll er ihn legen
All den schönen Blüthenschaß?
Findet für den Himmelssegen,
Ihm so reich bescheert, nicht Platz.

II.

Auf des Wissens dunklem Wege
Schreitet Jüngling Theobald;
Forscht und sammelt nimmer träge,
Bis ihm hell die Aussicht strahlt;

Wasser, Erde, Luft und Feuer
Biethen ihm ihr Bestes dar,
Das Geheimniß von der Leier
Und vom Meißel wird ihm klar.

Doch wohin soll er ihn legen
Den erworb`nen Weisheitsschatz?
Findet für des Wissens Segen
Nicht in seinem Kopfe Platz.

III.

Auf dem Feld der Ehre flieget
Vorwärts Theobald der Mann,
Kommet an und sieht und sieget,
Macht sich Alles unterthan;

Und die Menschen alle neigen
Vor dem Helden sich im Staub,
Und die Lorbeerwälder beugen
Ihm entgegen all ihr Laub.

Doch wohin soll er ihn legen
All der Kränz` und Kronen-Schatz?
Findet für den Lorbeerfegen
Nicht auf seinem Haupte Platz.

IV.

Auf des Überdrusses Wege
Schleichet Theobald der Greis,
Weiß es nicht, wohin er lege
Jetzt sein müdes Haupt so weiß.

Da ein Sensenträger schweigend
Ihm begegnet — und ihn grüßt,
Hin auf eine Grube zeigend,
Die kaum zehen Spannen mißt:
`Den geräumigsten der Plätze,
Sieh ihn hier, — den Platz der Ruh`,
Da hinein leg` alle Schätze,
Und dich selber auch dazu!`


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