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Gedicht - Wilhelm Engelhardt


Totensonntag 1893

Heute mir und morgen dir!
So hört man die Glocken klingen,
Wenn wir die Verstorbenen hier
Auf den Gottesacker bringen.
Aus den Gräbern ruft`s herfür:
Heute mir und morgen dir!

Heute rot und morgen tot!
Unser Leben eilt auf Flügeln,
Und wir haben`s täglich not,
Dass wir uns an Andern spiegeln.
Wie bald ruft des Herrn Gebot:
Heute rot und morgen tot!

Mensch, es ist der alte Bund,
Und der Tod zählt keine Jahre;
Bist du heute noch gesund,
Denk an keine Totenbahre!
Jedem kommt die letzte Stund`,
Mensch, das ist der alte Bund!

Ach, wer weiß, wie nah mein Tod!
Ich will sterben, eh` ich sterbe,
So wird mir die letzte Not
Wenn sie kommt, doch nicht zu herbe.
Rüste mich dazu mein Gott!
Ach, wer weiß, wie nah mein Tod!

Selig, wer in Christo stirbt!
Denn ihm wird der Tod zum Leben;
Der das Leben hier erwirbt,
Dem nur wird es dort gegeben.
Wer nicht lebet, der verdirbt:
Selig, wer in Christo stirbt!


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