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Gedicht - Karl Lappe


König Hakon

Hakon, auf zu Hillda`s Spiel!
Rascher Held, ins Schlachtgewühl!
Tapfrer Hakon, den gelüstet
Nach Sigtunens Königsthron, Bache,
Habors Rächer, wache;
Denn es schwebt, es schwebt die Rache
Auch über deinem Haupte schon.
Der Erbe naht, zum Kampf gerüstet,
Erik, König Angwe`s Sohn.

Auf des Mälars Fluthen tanzen
Die Rosse der Wellen stolz einher.
Es blinkt ein dichter Wald von Lanzen.
Der Wiking zückt voraus den Speer.
Wie die flatternden Wimpel wallen,
Hört man jubelnde Stimmen schallen.
Aller Schweden Herzen fallen
Ihrem Königssohne zu.
Weiche dem Erben, Fremdling, du!

Rasch an`s Land die Meeressöhne,
Erik der Starke, Iorund der Schöne.
Auf Fyriswall, mit Schlachtgesang,
Zeucht der brausende Schwarm entlang.
Hakon, mit erlesnem Heer,
Beut kalte, lauschende Gegenwehr.

Da toste die Schlacht. Geflügelt sprangen
Die gierigen, zischenden Wundenschlangen.
Es loderte der Klingen Brand
Durch die schirmende Busenwand.
Auf der Monde Wölbung gossen
Prasselnd des Bogens sausende Schlossen.
Auf ging der Wunden rother Quell.
Es loschen die Blicke, die Knie sanken.
Es strömte zum Thale purpurhell,
Und die klatschenden Raben tranken.

Als niedersank die schwarze Nacht,
War Hillda`s hartes Spiel vollbracht.
Sie fliehn, sie fliehn, die Krieger des Meeres,
Zornend, mit dem Rest des Heeres.
Erik, der kühne Wiking, liegt.
König Hakon hat gesiegt. Heil dir,
Hakon, rascher Held!
Dir bleibt die Krone, wie das Feld.

Und gestützt auf triefenden Speer,
Wankt der Sieger ernst daher.
»Kampfgenossen, Heldenbrüder!
Stillet die jubelnden Siegeslieder!
Mit der sinkenden Sonne nieder
Geht eures Königs schimmernde Bahn.
Mich nagt, mich nagt der Wunden Jahn.
Hoch zu Roß, mit Helm und Schild,
Die Wange braun, die Blicke wild,
Im Schlachtgewühl an mir vorbei
Schwebten der himmlischen Mädchen zwei.
Mich traf ihr Auge wählend und lüstern.
Ich hörte sie raunen, ich hörte sie flüstern:

»Dieser soll den Becher empfahn.
Hakon soll zu Odin nahn.
Getroffen, Schwester, ist die Wahl.
Sie wird in Asgard Freude verbreiten.
Laß uns reiten, laß uns reiten
Zu dem grünen Göttersaal.«

Rüstet nun, wie ich begehre,
Dem Sohne Odins Todtenehre.
Wir, die von dem Gotte stammen,
Zu ihm gehn wir durch die Flammen.
Schichtet das Lager, rüstet den Brand!
Aber glorreich will ich wallen,
Zu der Götter ew`gen Hallen,
Wie der Helden, die gefallen,
Keiner noch die Straße fand.
Zieht ein Schiff hinab den Strand.
Tragt herbei die ruhmverklärten
Schlachtgenossen, Todesgefährten,
Auch die Feinde legt hinein;
Aller soll die Flamme sein.

Dann die Scheitern dem König geschichtet!
Die Anker gelichtet,
Die Segel gerichtet!
Hoch gebettet auf der Decke
Ruh` ich selber, götterstolz.
Wie ich den Arm gebietend strecke,
Kracht die Flamme durch das Holz.
Tanze, Roß der Wellen, tanze!
Schäume, Woge, weiß und kraus.
Roth umspielt vom Strahlenkranze,
Im Donner der Fluth, im lodernden Glanze
Landen wir in Odins Haus,
Zum Heldenmahl, zum Götterschmaus!«


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