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Gedicht - Karl Lappe


Die Liethe

Habt ihr die schöne Liethe gesehn?
Sie theilt den Staden wunderschön.
Der Doppeleingang zierlich und breit,
Der Pfad hinunter grün und weit,
Mit üppigem Rasen wohlgeschmückt,
Und fein mit weißen Blumen gestickt.

Am Fuß der ruhten Uferschlucht
Liegt weit verbreitet die Meeresbucht.
Links strahlt wie Silber Arkona`s Wand,
Zur Rechten Iasmunds blauer Strand.
Doch grad` hinaus dem Auge beut
Sich heilig die Unendlichkeit.

Des heitern Himmels Abbild ruht
Auf leise wallender Spiegelfluth.
Die wellenlose Fläche strahlt
Am Ufer bläulich und grün gemalt.
Doch weiter über die Höhe ziehn
Milchweiße, zitternde Streifen hin.

Die Möwe senket und hebt den Flug:
Vorüber tönt ein Schwanenzug.
Der Kampfhahn hüpft auf triefendem Sand.
Die Schwalbe tändelt am Uferrand,
Und gaukelnd flattert am Regensturz
Der Distelfalter um Schwalbenwurz.

Das ist die Liethe. Ihr kennt sie gleich,
Sie strahlt vor allen freundlich und reich.
Kommt ihr des Wegs, sie ladet euch ein,
Euch hier der süßen Ruhe zu weihn.
Sie nimmt euch heimlich in stillen Schooß,
Und strickt vom Treiben des Landes euch los.

Dahinten ruht, was droben beschwert,
Das Aug` umdunkelt, den Sinn empört.
Es hat Natur so lieblich und traut
Am Erdenrand dies Thal gebaut,
Für jegliches Herz, das, vielbewegt,
Wohl einmal gerne sanfter schlägt.


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