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Gedicht - Ignaz Franz Castelli


Heldenwunsch

Es mußte von dem heim`schen Herde
Und von dem väterlichen Haus
Der Peter in das Feld hinaus,
Man setzt` ihn mit Gewalt zu Pferde
Und sagte ihm, er müsse reiten,
Für`s Vaterland als Held jetzt streiten,
Und wollt` er sich dagegen wehren,
Würd`s ihn der Korporal schon lehren.

Und als er schied nun von den Seinen,
Der Vater ihm den Segen gab,
Da däucht` es ihm, er ging zum Grab,
Er fing erbärmlich an zu weinen,
Des Abschiednehmens war kein Ende,
Er küßt der Viehmagd noch die Hände,
Sagt Lebewohl dem Kettenhunde
Und klagt auch ihm die bittre Stunde.

Doch als ihm lag das Dorf im Rücken
Und er hinaus kam in die Welt,
Dacht` er: ich bin einmal ein Held,
Wohlan, so will ich drein mich schicken.
Er lernte fleißig exerciren,
Auf jede Art den Säbel führen,
Und tummelte sein Roß behende,
Wie keiner in dem Regiments.

Bis jetzt gab`s zwar noch nichts zu morden,
Und doch war unser Peter schon
Für den genauen Dienst zum Lohn
Gestrenger Korporal geworden.
Sich fühlend, daß er Hohes wäre,
Schrieb er nach Haus die große Ehre,
Daß er noch keinen Streich ertragen,
Und doch schon Andre dürfe schlagen.

Jetzt endlich ging es an das Raufen.
Als Peter einst im fernen Land
Mit fünfzehn Mann auf Vorpost stand,
Kam auf ihn zu ein Feindeshaufen.
Es waren mehr denn fünfzig Pferde,
Von ihrem Hufschlag dröhnt die Erde,
Und ach, es waren gar Husaren,
Die Petern nie willkommen waren.

Es kam ihm zwar ein kleines Grauen,
Doch besser raisonnirt` er nie.`
Er dachte: hau` ich nicht auf sie,
So werden sie auf mich wohl hauen.
So griff er an mit kühnem Muthe,
Bald lagen zwanzig da im Blute,
Die Übrigen ergriff ein Bangen
Sie gaben Petern sich gefangen.

Und als der General vernommen,
Wie brav gefochten unser Held,
Ließ er zur Stell` in sein Gezelt
Den tapfern Peter zu sich kommen;
Er ließ vor ihm die Trommel rühren,
Umarmt` ihn vor den Officieren,
Und nannte ihn, — ha welche Ehre! —
Den bravsten Mann im ganzen Heere.

Froh stand er da, der tapf`re Streiter,
Als er vernahm des Feldherrn Wort.
Er bückte sich in einem fort,
Da sprach der General jetzt weiter:
`Freund! der so beispiellos gestritten,
Magst eine Gnade dir erbitten!`
``Wie! darf ich?`` — Ja nach deiner Wahl!
``Heim mocht` ich geh`n, Herr General!``


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