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Gedicht - Otto Weddigen


Die Freier

Einst kam ein Bursche wohlgemut
Mit Wanderstab und Federhut
Zu eines Wirtes Töchterlein
Und sprach: „Willst du die Meine sein?`
            Die Meine sein?

`Hoho!` rief gleich ein Ritter, gut,
`Bursch, kühle deinen freien Mut!
Ich habe hier das erste Wort,
Flugs scheere dich zum Teufel fort.`
            Zum Teufel fort.

`Wenn zwei um meine Tochter frei`n,
So muß sie selbst der Wähler sein;
Wem giebst du, Else, deine Hand?`
So sprach der Wirt zur Maid gewandt.
            Zur Maid gewandt.

Die blickt verschämt zur Erde hin,
Dann hub sie an mit leichtem Sinn:
`Von beiden nehm` ich den zum Mann,
Der mich am meisten lieben kann.`
            Mich lieben kann.

`Ich kann`s!` so rief ein jeder laut,
`Die Maid wird einzig meine Braut!`
``Je nun, so bald ist`s nicht gethan,
Ich muß erst eine Probe han.``
            `ne Probe han.

„Worin besteht die Probe, Kind?`
Bemerkten beide gleich geschwind.
`Ich löse sie bei meinem Schwert!`
``Und ich bei meiner Ehre, wert.``
            Ehre, wert.

`So hört!` sprach drauf das Mägdelein
`Ihr, Ritter, laßt das Fechten sein!
Du, Bursche, lege unverwandt
Den Wanderstab aus deiner Hand.`
            Aus deiner Hand.

Da haben beid` sich angeschaut
Und dachten: welche teure Braut!
Sie sprangen auf zu gleicher Zeit,
Und keiner hat die Maid gefreit.
            Die Maid gefreit.


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