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Gedicht - Heinrich Beitzke


In der Mai-Nacht vor Coras Fenster

Eine Phantasie.

Wie süß und weich die duft`ge Lenzesnacht!
Der Garten steht in vollem Blüthenprangen.
Des Erdenfrühlings höchste Zauberpracht,
Sein Silberblick ist schimmernd aufgegangen.
Still athmet die Natur, kein Lauscher wacht,
Nur Philomele klagt mit leisem Bangen.
Durch silberbus`ge Wolken blicken ferne
Der Mond hernieder und die lichten Sterne.

Da schleich` ich durch des Gartens Wunderland
Zu Cora`s Fenster, wo die Lindenbäume,
Mit Zärtlichkeit die Zweige hingewandt,
Ihr zu geweh`t die ros`gen Morgenträume.
Ich klimme schnell, geübt mit Fuß und Hand,
Hinauf in jene nachbarlichen Räume,
Geöffnet steht das Fenster und ich schaue,
Was ich allein dem Liede nur vertraue:

Sie schläft — o möchten Engel sie bewachen!
Sanft steigt des Odems süßer Duft empor.
Sie träumt, es schwebt um ihren Mund ein Lachen
O träume fort, es lauscht mein Herz und Ohr.
Sie seufzt — o wer kann sie wohl seufzen machen,
Wo lebt der Glückliche, den sie erkor?
Liebst Du mich auch? tönt`s leis` wie Harfensaiten,
Worüber sanfte Elfenhändchen gleiten.

Ob ich Dich liebe Holde, welche Frage!
Doch — ich vergaß mich — das werd` ich nicht sein.
Wer ist`s, o Mädchen, nur dies Eine sage,
Du schläfst ja, und vernimmst nicht meine Pein.
Und war` mein ganzes Leben Eine Klage,
So wäre doch die grause Wahrheit mein: —
O Götterwort aus Paradieses Grunde!
Mein Name klingt von ihrem Purpurmunde.


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