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Gedicht - Carl Immermann


Thalia

Eine Gattung gleit es jedoch, die blühet und grünet,
Meister bebauen das Feld, ziehen die reichliche Frucht.
Das ist die Gabe der holden Thalia, das muntere Lustspiel,
Darin leisten nun auch Deutsche das Ihrige gern.
`Ras`t der Poet? Von Osten und Westen ertönet die Klage,
Komus, dem scherzenden, sey gänzlich die Ader versiegt.-
Ei, so versteht mich doch nur. Ich meine die großen Komödien,
Welche, Congresse genannt, spielen an wechselndem Ort.
Gestern zu Wien, und heute in Aachen, und morgen in Troppau,
Geht es nach Laibach sodann, kurz nach Verona darauf.
Das ist die Kunst: sie stellen sich ernst, gravitätischebeschäftigt,
Aber der neckende Schalk guckt zu der Falte hinaus.
Wir, die Klügren, sind im Geheimniß, und lachen der Posse,
Welch` auf der Staatsaction hohem Kothurne sich spreizt;
Lachen der Komidianten in Seid` und Purpur .... Getroffen
Hast du den Ton, Elegie, welcher dir Beifall ersingt!
Raset Hexameter nur in das keckste politische Irrsal,
Schilt Pentameter dreist, was du von ferne nicht kennst!
Nimmer ja war ich in Aachen und Wien, in Laibach, Verona,
Aber, wer lästert, hat Recht. Nicht? So behag` ich euch wohl?
Lockt` ich den heitersten Ton von Amphionischer Laute,
Steine zwäng` ich vielleicht, Menschen gewiß nicht zu mir.
Aber bestreich` ich verstimmete Saiten mit gährender Wolfsmilch,
Belle im Zaubergesang Thronen und Könige an,
Da, da strömet`s herzu, da dringt sich`s quetschend und lauschet,
Und inmitten des Volks steh` ich gefeiert und groß.


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