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Gedichte - Gottlieb Konrad Pfeffel

Poetische Versuche I Die Quelle zu Mecca

Abdallah ward in ernster Ruh
Durch Weisheit groß. Der Wahn der Leute,
Schrieb seine Kunst der Quelle zu,
Die der Prophet von Mecca weyhte.

Ein Jüngling, der sein ... weiterlesen


Poetische Versuche II Phryne

Als Phryne vor dem Putzaltar
Ihr balsamiertes schwarzes Haar
Mit grauem Modepulver schmückte,
Und mit dem Anstand einer Braut
Auf ihre zarte Rosenhaut
Ein ganzes ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Cantharide und die Schna

Am grünen Rand des Tajo gieng
Ein Scheerer auf die Jagd der Canthariden.
»Tyrann! rief eine, die er fieng,
Was nützet dich mein Tod? laß mich mit Frieden!«
Sehr viel! ... weiterlesen


Alphons der Weise

Am Tagus herrschte einst ein Fürst, den Fama preist
Und noch auf diesen Tag Alphons den Weisen heißt;
Nicht weil er klug, o nein, weil er gelehrt gewesen.
Alphonsus konnte ... weiterlesen


Alphons der Weise

Am Tagus herrschte einst ein Fürst, den Fama preist
Und noch auf diesen Tag Alphons den Weisen heißt;
Nicht weil er klug, o nein, weil er gelehrt gewesen.
Alphonsus konnte nicht ... weiterlesen


Poetische Versuche I Amynt

Amynt, der sich mit Wünschen quälte,
Weil ihm zu seinem Zeitvertreib
Ein Regiment, ein schönes Weib
Und eine Tonne Golds noch fehlte,
Lag einst bey düsterm ... weiterlesen


Poetische Versuche II Emma und Eginhard

An Betty.

Geh, Betty, schließ die Halle zu
  Und giebt die Harfe mir;
Von einem Fräulein, schön wie Du,
  Sing ich ein Liedchen Dir.

... weiterlesen


Poetische Versuche I Baharam

An Bodmer.

Wie mancher Geck, der Kronen trägt,
Trüg itzt als Domherr die Calotte,
Hätt einst dem stolzen Aftergotte
Sein Volk die Arbeit auferlegt,
Wie ... weiterlesen


Der Stern

An den Freiherrn Joseph von Beroldingen

Der Tiere Großherr starb. Die hohe Fakultät
Vereinte sich, um seine Majestät
Nach Standsgebühr zu balsamieren.
Man ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Mutter der Gracchen

An Doris.

Heil, Heil dem Weib, das seine Zierde
Nicht fremden Zonen stiehlt,
Und wie Cornelia, die Würde
Des Muttertitels fühlt!

Einst gab ein ... weiterlesen


Zeuxis und Parrhasius

An H. Karpf, genannt Casimir

Der Knabe lebet nicht, so sprach Parrhasius
Zum Zeuxis; wagten sonst die Vögel so die Trauben,
Die er im Korbe trägt, zu rauben?
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Krücken

An Lavater

Ein grauer Fakir, welcher zwar
Noch frisch und stark von Gliedern war,
Allein von Jugend auf an Krücken
Zu gehn gewohnt, itzt ohne sie
Nicht ... weiterlesen


Der Fund

An Lerse

Ein Enkel Theuts von modischem Gefühle,
Ein Genius, mit Namen Legion,
(Denn ihrer, Freund, sind nun in Deutschland viele)
Tat einen Ritterzug nach ... weiterlesen


Poetische Versuche II Gessner

An Lichtwehrs Arm gieng im Elysium
Äsop, der für des deutschen Schülers Ruhm
So kalt nicht ist, wie Deutschlands neue Barden,
Einst in verherrlichter Gestalt
Auf einen ... weiterlesen


Die zween Hunde

An meinen August

Ein Junker hielt sich ein Paar Hunde;
Es war ein Pudel und sein Sohn.
Der junge, Namens Pantalon,
Vertrieb dem Herrchen manche Stunde.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die zween Hunde

an meinen August

Ein Junker hielt sich ein paar Hunde;
Es war ein Pudel und sein Sohn.
Der junge, Namens Pantalon,
Vertrieb dem Herrchen manche Stunde.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Ibrahim

an meinen Carl

Eh Ferdinand mit frommer Wuth
Die Mauren von sich stieß,
Floß Omars junges Heldenblut
Durch Gusmanns Ritterspieß.

Aus Furcht der ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der verwandelte Amor

An Minna.

Berauscht vom Wein des Großpapa
Schoß Amor einst im Scherz
Den Pfeil nach ihm und siehe da,
Er traf ihn just ins Herz.

Da wurde Zevs von ... weiterlesen


Der Maienkäfer

An Sarasin

Bathyll, ein kleiner Schäfer,
Fing einen Maienkäfer,
Band ihn an eine Schnur
Und schrie: Flieg auf, mein Tierchen!
Du hast ein langes ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Beschreibung des Jupiters

An Schlosser.

Den Zevs ersuchte sein Trabant,
Der Adler, einst um das Vergnügen
Ein bischen in sein Vaterland
Auf Abentheuer auszufliegen.
Schnell, wie der ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Freundschaft

An Zoe.

Zevs gab an einem Gallatage
Dem Götterchor ein Mittagsmahl,
So recht nach altem deutschen Schlage.
Prinz Ganymed und sein Pokal
Bekamen ein paar ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Scheere der Atropos

an
den Herrn Professor Jacobi
in Freyburg.

Freund, der den Söhnen und den Töchtern
Der horchenden Germania
Und allen kommenden Geschlechtern,
Die ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Kapelle bey Sempach

an
den Herrn Schultheis Glutz
in Solothurn.

Jüngst wallt ein deutsches Ritterpaar
Zu Sempachs ernstem Beinerhause:
Ein kleiner Alpenschäfer war
Ihr ... weiterlesen


Arete und der Satyr

Arete saß mit ihrem Lamme
Am bunten Rand des Xinois,
Wo sie ein Satyr, dessen Flamme
Sie widerstand, mit Kote schmiß.
Sie wusch nun freilich sich am Bache;
... weiterlesen


Das Schachspiel

Auf einem Schachbrett stand der Steine bunte Schar
Nach Stand und Würden hingepflanzt;
Der hölzerne Monarch und seine Dame war
Von Reisigen und Türmen rund umschanzt.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Pipin

Auf einem Schlosse der Vogesen,
Das Blitzburg heißt,
Spuckt, wie wir in der Kronick lesen,
Ein Poltergeist.

Ein Fräulein ists, halb Weib halb Drache,
Aus ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Exegeten

Auf einer brittischen Fregatte,
Die Wanderer aus jedem Land
Auf ihrer Fahrt vom Indusstrand
Nach Canton eingenommen hatte,
Gerieth ein Sohn des alten Theut
Mit ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Wolf und der Löwe

Aus eines Sultans Park entkam
Ein Löwe, der mit raschem Schritte,
Voll edlen Trotzes, wie ein Britte,
Den Weg nach einer Wildniß nahm.
Ihn lud ein Wolf in seine ... weiterlesen


Das Bildnis

Belinde war das schönste junge Weib;
Doch kein vollkommner Glied fand sich an ihrem Leib,
Als ihre Zunge. Welche Plage
Für ihren guten Mann! Doch war ihr Cleon lieb,
... weiterlesen


Poetische Versuche III Winfried und Bertrade

Bertrade.    Ey sieh doch wie sie weint, die Rebe;
Kann etwas wunderbarer seyn?
Der Winzer sagte mir, es gebe
Ein jedes Thränchen, ein Glas Wein.
Winfried.Wenn ... weiterlesen


Winfried und Bertrade

Bertrade

Ei sieh doch wie sie weint, die Rebe;
Kann etwas wunderbarer sein?
Der Winzer sagte mir, es gebe
Ein jedes Tränchen ein Glas Wein.

... weiterlesen


Auf des Robespierres Staatsbericht

Darfst, lieber Gott, nun wieder sein;
So wills der Schach der Franken.
Laß flugs durch ein paar Engelein
Dich schön bei ihm bedanken.


Jungfer Clare

Das Herz der spröden Clare
Ward nie für Männer warm;
Sie floh sie bis zur Bahre,
Und starb mit grauem Haare
In ihres Katers Arm.


Poetische Versuche I Der Reformator

Dem Affen kam es unbegreiflich vor,
Daß von dem ganzen Götterchor
Kein einziger so klug und so gerecht gewesen,
Ihn für den Pfau, den Adler oder Spatz,
Und wenigstens ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die zwote Hochzeit

Dem biedern Schulzen Ringewald
Starb seine liebe schöne Hanne,
Sie brach sein Herz; doch fand er bald,
Daß einem reichen Ackermanne,
Der fest auf Zucht und Ordnung ... weiterlesen


Der Gläubiger

Den Grafen Arnulph bat, als er vom Schlosse ritt,
Ein Gläubiger um Geld; er hatte nichts zu leben.
Hat euch, versetzt der Graf, mein Schaffner nichts gegeben?
Wohl, Ihro Gnaden, ... weiterlesen


Das Gemälde

Den Teufel sah im Bild ein armer Wicht
Mit einem Weib in seinen Tatzen.
Oho! rief er, dies ist die meine nicht:
Die würd ihm das Gesicht zerkratzen.


Poetische Versuche II Die Toleranz

Der Adler hielt auf der bereiften Spitze
Des Himmelhohen Kaukasus
Sein Parlament. Er legte seine Blitze
Voll Huld zu seines Thrones Fuß,
Und wog den Großen und dem ... weiterlesen


Der Gesetzgeber

Der Adler wollte reformieren
Und schaffte die Polygamie
Bei dem gesamten Federvieh
Auf einmal ab. Den armen Tieren
Mißfiel die strenge Polizei,
Zumal dem Hahn. Er ... weiterlesen


Der feine Unterschied

Der alte finstre Lisimon
Sprach jüngst zu seinem lockern Sohn:
Mein Kind, soll dir das Glück einst blühen,
So mußt du stets die Frauen fliehen.
Der weise Sirach hat ... weiterlesen


Der Talismann

Der alte Junker Kilian,
Trug immer einen Talismann
Auf seinem abgestorbnen Leibe:
Warum? das fiel einst seinem Weibe
Von ungefähr zu fragen ein;
Es konnt auch wohl ... weiterlesen


Der treueste Vasall

Der Erde mächtigster Despot,
Nicht Hindostans, nicht Stambuls Kaiser,
Der Fürst der Mitternacht, der Tod,
Versammelte die beiden Häuser
Von seinem schwarzen ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Unsterblichkeit

Der Esel Bileams starb alt und lebenssatt.
Sein grauer Schatten kam auf das Gestirn zu wohnen,
Wo sein Geschlecht schon seit Äonen
In bunten Thälern seinen Limbus hat.
... weiterlesen


Der Schwätzer

Der glatte Schwätzer Genserich
Folgt treulich dem Gesetz der Bibel:
Er spricht von keinem Menschen übel;
Das macht, er spricht allein von sich.


der Große

Der große Heinrich kroch auf allen Vieren
Mit seinem Sohn, der auf ihm ritt,
In einem Saal umher. Schnell öffnen sich die Türen:
Der Abgesandte von Madrid
Tritt ins ... weiterlesen


Gespräch

Der Haifisch, sagt ihr, wenn ichs recht verstand,
Frißt einen ganzen Mann mit Haut und Haaren.
Ja wohl. Doch seht dort den Minister fahren,
Der frißt ja gar ein ganzes Land.


Skorpion und Hirtenknabe

Der Hirtenknabe Coridon,
Der nie den Büffon las,
Fing einen großen Skorpion
Im braungesengten Gras.

Ein seltner Krebs, denkt er; allein
Vergebens führest ... weiterlesen


Der Igel

Der Löwe saß auf seinem Thron von Knochen
Und sann auf Sklaverei und Tod.
Ein Igel kam ihm in den Weg gekrochen.
Ha! Wurm! so brüllte der Despot
Und hielt ihn zwischen ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Wolf und der Fuchs

Der Löwe war an Kräften ganz erschöpft,
Die kalte Gicht durchwühlte seine Glieder,
Umsonst ward er gerieben und geschröpft,
Der Quell des Lebens floß nicht wieder.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Hassan

Der reiche Hassan saß gebückt
Am Schluß des Jahrs vor einer Schieferplatte,
Und zählte, von sich selbst entzückt,
Die guten Werke her, die er verübet hatte:
»Vier ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Talisman

Der Santon Hadem saß an der Kaskade
Von Bagdad. Plötzlich drang ein Mädchen zu ihm,
Selbst Venus kam nie schöner aus dem Bade:
O hilf mir, heilger Mann! rief sie mit ... weiterlesen


Amor und der Schäfer

Der Schäfer  Auf ewig, Amor, gute Nacht,
Mein freies Herz darf nicht mehr lieben,
Es ist aus seinem Rausch erwacht
Und hat dich, schlauer Feind, vertrieben.
... weiterlesen


Trasimund und sein Pudel

Der strenge Wildgraf Trasimund
Trieb manchen Spaß mit seinem Hund.
Ein Pudel wars, den er auf türkisch plagte,
Indem er ihn oft stundenlang
Mit leerem Bauch itzt ... weiterlesen


Poetische Versuche II Schach Meledin

Der Sultan Meledin war seines Vaters Sohn,
Das wichtigste Verdienst der meisten Prinzen,
Und saß so schief als er, auf der Aliden Thron.
Der Mufti, der Vezier und Rabbi ... weiterlesen


Der kranke Löwe

Der Tiere Großsultan lag auf dem Krankenbette;
Er war von Kopf bis auf den Schwanz
So dürr als Bruder Hein im Basler Totentanz.
Da war kein Vieh, das ihm nicht was geraten ... weiterlesen


Der Bußprediger

Der wilde Pater Chrisolog,
Der täglich neue Ketzer machte
Und täglich neue Wunder log,
Die selbst der Pöbel oft belachte,
Stieg einst, es war zur Faschingszeit,
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Beförderung

Des Leuen rauher Majestät
Ward von der weisen Fakultät
Einst eine Kur von Eyern angerathen,
Des Tags ein Schock. Die Kur schlug treflich an;
Doch eh die Herren sich’s ... weiterlesen


Orbil

Des Nachts fiel jüngst Orbilius
Mit einem Folianten
Zwo Treppen tief. Gregorius,
Der Diener des Pedanten,
Rief mit abscheulichem Geplärr:
Ach Gott! wo seid ihr, ... weiterlesen


Die tote Hand

Die alte Praxis nennt das, was der Priesterstand
Im Jammertal besitzt, das Gut der toten Hand.
Die Praxis sollte sich, bei meiner Treue, schämen.
Wo ist wohl eine Hand ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Schmetterling und die Bie

Die Biene ließ den Schmetterling
Einst ihre fetten Speicher sehen.
Schön, rief der bunte Gast; doch muß ich dir gestehen,
Ich tauschte nicht mit dir. »Warum nicht dummes ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Wegweiser

Die Flur sah Phöbus letzte Strahlen
Des Horizontes düstern Rand
Mit einem dünnen Roth bemahlen,
Als sich in einem fremden Land
Ein Pilger, der den Weg verfehlte,
... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Nachtigall und der Staar

Die gattenlose Philomele,
Die manche trübe Mitternacht
In leisen Klagen durchgewacht,
War krank und sang mit heitrer Seele
Ihr Abschiedslied. Ein fetter Staar,
Der ... weiterlesen


Die Amazone

Die Männin Hildegard
Ließ als Husar sich konterfein.
Ihr fehlte, um es ganz zu sein,
Nur noch der Knebelbart.


Poetische Versuche III Seufzer eines Dorfwirths

Die Sau muß ich mit Eicheln mästen,
Mit meinem Schweiß den Amts-Hauptmann.
Ha! Schade, daß ich meinen Gästen
Sein Fett nicht auch verspicken kann.


Poetische Versuche II Die Schaam und der Fächer

Die Schaam, der Tugend junge Magd,
Mit der antiken Rosenstirne
Ward einst von einer eitlen Dirne
Aus ihrem Putzgemach gejagt,
Und raffte, wie’s oft geht, im Schrecken
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Schwalbe und der Storch

Die Schwalbe.  Freund, klappre nicht, und laß uns fliehn
Sieh dort am schwarzen Kirchhofthore
Den Jäger mit gespanntem Rohre,
Ein leiser Druck, so sind wir hin!
... weiterlesen


Die Reichsgeschichte der Tiere

Die Tiere lebten viele Jahre
In friedlicher Demokratie.
Doch endlich kamen sie einander in die Haare,
Und ihre Republik versank in Anarchie.
Der Löwe machte sich den ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Reichsgeschichte der Thi

Die Tiere lebten viele Jahre
In friedlicher Demokratie;
Doch endlich kamen sie einander in die Haare,
Und ihre Republik versank in Anarchie.
Der Löwe machte sich den ... weiterlesen


Der Spiegel

Die Wahrheit zog als Krämerin
Zur Zeit der Vorwelt auf die Messen,
Ein Spiegel war ihr Kram; mit Pässen,
Von Zeus und Pallas, trug sie ihn
Von Land zu Land. Die Leute ... weiterlesen


Der gute Rat

Donat, ein hungriger Magister,
Ein Tier zu stolz für einen Küster,
Und doch zu dumm für etwas mehr,
Beschloß nach Art der neuern Weisen,
Die Welt empfindsam zu ... weiterlesen


Trostgründe

Du hättest es verpraßt, so spricht zum Wandersmann
Der Gaudieb, der sein Geld ihm aus der Börse leert.
Du hättest sie mißbraucht, so tröstet der Tyrann
Das gute Volk, dem ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Klugheit

Durch eines Fischers List berückt,
Ward in sein Garn ein junger Hecht verstrickt.
Das Sprüchwort sagt: die Noth bricht Eisen;
Der Kriegsgefangne nagt so lang,
Bis daß ... weiterlesen


Der Affe am Hofe

Ein Affe machte so viel Streiche
So manche feine Schelmerei,
Daß in dem ganzen Königreiche
Sein Ruhm erscholl und selbst der Leu,
Ein Freund der Künste, zween Emiren
... weiterlesen


Die ähnlichkeit

Ein Bauer war das echte Konterfei
Des Königs seines Herrn; dieselbe Habichtsnase,
Derselbe Mund und Blick: mit einem Wort, kein Ei
Sieht mehr dem andern gleich. Einst traf ihn ... weiterlesen


Der Zweikampf

Ein Brite fiel mit einem Dänen
In Streit. Es war ein Hundepaar,
Drum balgten sie sich mit den Zähnen.
Was Ursach an der Fehde war,
Das läßt so leicht sich nicht ... weiterlesen


Das Mögliche und Unmögliche

Ein Busenfreund des Gotts der Reben
Hat das Zechen aufgegeben.
  Das kann nicht sein!
O ja! denn in dem Augenblicke
Kommt man von seinem Grab zurücke.
  ... weiterlesen


Der Tanzbär

Ein Gauner an dem Weichselstrand,
Wo man nichts kennet als Despoten
Mit ehrnen Zeptern und Heloten
In Lumpen, zog mit kecker Hand
Ein Bärchen aus der Mutter Pfoten,
... weiterlesen


Die ähren

Ein Gutsherr zeigte seinem Sohn
Sein Feld; die goldnen Ähren schmückten
Es einem Walde gleich und bückten,
Zur Ernte reif, die Häupter schon.
»Geduckt, wie arme ... weiterlesen


An den Leser

Ein Gärtnermädchen von Athen
Saß auf dem Markt mit ihrem bunten Krame;
Ein Körbchen wars voll Rosen, Tausendschön,
Jasmin und Nelken. Eine hagre Dame,
Sie war ... weiterlesen


Poetische Versuche - An den Leser

Ein Gärtnermädchen von Athen
Saß auf dem Markt mit ihrem bunten Krame;
Ein Körbchen wars voll Rosen, Tausendschön,
Jesmin und Nelken. Eine hagre Dame,
Sie war ... weiterlesen


Der Iman

Ein Iman zog einst durch die Barbarei
Und ward von drei verruchten Kerlen
Rein ausgeschält. Es war in einer Wüstenei.
Zwei Tage schlichen ihm in Hungersnot vorbei;
... weiterlesen


Das Johanniswürmchen

Ein Johanniswürmchen saß,
Seines Demantscheins
Unbewußt, im weichen Gras
Eines Bardenhains.

Leise schlich aus faulem Moos
Sich ein Ungetüm,
Eine ... weiterlesen


Der Wolf im Schafspelz

Ein junger Wolf, ja wohl war er noch jung,
Doch überklug in seiner Einbildung,
Sprach zu sich selbst: die Schafe fliehn uns Wölfe;
Wenn du sie haschen willst, so mache dich zum ... weiterlesen


Poetische Versuche II Susette

Ein junges Weib aus Tivoli
IN Algier Sclavin ward.
Ein rascher Aga kaufte sie
Und strich sich froh den Bart.

»Kind, sprach er, trotz den Houris schön,
... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Harmonie der Sphären

Ein Jüngling las von ungefehr
Von einer Harmonie der Sphären.
Im Augenblicke wünschet er,
Den stolzen Reigen anzuhören,
Und bat den großen Jupiter,
Ihm sein ... weiterlesen


Der Schutzpatron

Ein Kloster sandte seinen Schatz,
Des heiligen Patrons Gebeine,
Im Krieg nach einem festen Platz.
Ein Esel trug in einem Schreine
Verschlossen die geweihte Last.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Küster und der Bauer

Ein Küster trug bey vollem Becher
Trotz einem Baccalaureus
Den Weltbau nach Copernicus
Im Krug den Bauern vor. Ein grauer Zecher
Schlug knirschend auf den Tisch: ey, ... weiterlesen


Der Käfer

Ein Käfer, den der Lenz zur Welt gebar,
Ward ihrer satt, eh noch von seiner Krone
Der Ceres Haupt entblößet war.
Er kroch in eine wurmichte Melone
Und lebte hier wie ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Tempel zu Memphis

Ein Magier, der nicht ein Wort
Vom Apis der Ägypter wußte,
Und einst nach Memphis reisen mußte,
Betrat den weltberühmten Ort,
Mit forschbegierigem Vergnügen.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Reiger

Ein Meister in der Fischerey,
Ein Reiger, welcher nur Forellen
Und Aale fraß, stund einst im May,
Itzt Wonnemond, um Wild zu fällen,
Vor Phöbus auf. Der Sybarit
... weiterlesen


Mikromegas

Ein Midas war so winzig klein
Als keiner aus dem Heer der Affen,
Die Jupiter zum Scherz geschaffen,
Und doch vor Sehnsucht groß zu sein
Schon oft bald aus der Haut ... weiterlesen


Der Mülleresel

Ein Mülleresel, den sein Herr
Halb totschlug, rief mit frommem Blicke
Und zenobitischem Geplärr
Den guten Vater der Geschicke
Um die Gestalt des Menschen an.
Nu, ... weiterlesen


Der Parse oder An die Fürstendiener

Ein Parse kniete Tag und Nacht
Vor einem Feuer, das er nährte
Und doch als eine Gottheit ehrte.
Einst naht aus frommem Unbedacht
Der Beter sich zu sehr der Flamme
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Philosoph und die Wahrhe

Ein Philosoph, des Ordens Ehre,
Ritt einst nach einem Doctorschmaus,
Bewehrt mit Säbel, Schild und Speere,
Auf einer flüchtigen Chimäre,
Voll Muths auf Abentheuer ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Weihrauch

Ein Priester, der im alten Griechenland
Dem Phöbus opfern wollte,
Hielt sich die Nase zu, da seine fromme Hand
Das Rauchfaß schwingen sollte.
Ein stolzer Augur siehts ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Phönix und das Rebhuhn

Ein Rebhuhn sah durch Regenfluth
Den Waizenvorrath weggespühlet,
Den es für seine kleine Brut
Gesammelt hatte. Niemand fühlet
Den Gram, den seine Brust empfand,
... weiterlesen


Die Stufenleiter

Ein schlauer Sperling haschte sich
Ein blaues Mücklein. »Weh mir Armen!«
Rief es, »ach Herr, verschone mich,
Laß meiner Jugend dich erbarmen!«
»Nein«, sprach der ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Schröter, die Schnecke

Ein Schröter, der mit einer Schnecke
Im Schatten einer Weißdornhecke
Spatzieren kroch, gerieth mit ihr
In Streit, und zwar der Hörner wegen.
Kaum trägt ein junger ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Scorpion

Ein Schäfer stieß auf einen Scorpion
Und schwang schon seinen Fuß, ihn zu zerstören.
Halt ein! rief das Insect; ist dieß der Lohn
Für meine Nützlichkeit? – Hoho, laß ... weiterlesen


Der Gefangene

Ein Sklave lag an seiner Kette;
Ein finstrer Kerker war sein Haus,
Ein Bund verfaultes Stroh sein Bette
Und trocknes Haberbrot sein Schmaus.
Gerührt von des Gefangnen ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Spieler und der Bettler

Ein Spieler, der zehntausend Gulden
Mit Parolieren durchgebracht,
Und auf sein Ehrenwort noch Schulden
Für mehr als er besaß gemacht,
Schlich mit Gesang, wie ein ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Stockfisch

Ein Stockfisch ward in Neufoundland gefangen
Und sprach mit ängstlichem Verlangen
Zum rohen Schiffer: Höre, Mann!
Was hast du mit mir vor? – Ey nun, fieng dieser an,
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Mann von Ehre

Ein Sultan gab mit flammendem Gesicht
Einst seinem Großvezier die schmeichelhafte Lehre,
Er sey ein Dummkopf. Herr, das bin ich nicht!
Rief dieser aufgebracht, ich bin ein Mann ... weiterlesen


Der Tempel der Vernunft

Ein Tempel der Vernunft soll unsre Städte zieren.
Recht schön; doch macht ich gern in Untertänigkeit
Die kleine Motion: eh man ein Haus ihr weiht,
Erst die Vernunft zu dekretieren.


Poetische Versuche II Der Tieger

Ein Tieger scharrte mit geschärften Klauen
Den Leichnam eines Bramen aus,
Dem hinter seinem Palmenhaus
Sein Sohn ein Grab in weichen Tuff gehauen.
Dieß sah der Redliche: ... weiterlesen


Der Trunkene

Ein Trunkner brach das Kniegelenke.
Wo wohnt ihr? sprach ein fremder Mann,
Daß man nach Haus euch tragen kann.
Ei, rief er, tragt mich in die Schenke.


Das Kätzchen

Ein unerfahrnes Kätzchen sah
Zum erstenmal den Mond in vollem Lichte prangen,
Und sprach entzückt zum GroßPapa:
Sieh an der Decke dort den schönen Käse hangen.
... weiterlesen


Der Tempel zu Memphis

Ein Wandersmann, der nicht ein Wort
Vom Apis der Ägypter wußte,
Und einst nach Memphis reisen mußte,
Betrat den weltberühmten Ort
Mit forschbegierigem Vergnügen.
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Erkennung

Ein wilder Junge fiel und brach den Hals.
Vom Anlaß dieses bösen Falls
Mag einst mein Scholiast Bericht ertheilen:
Man bricht bald so, bald so den Hals,
Und niemals ist ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Bekehrung

Ein Wolf, (Im Ländchen Gevaudan
Würd er vielleicht Hyäne heissen,
Beym alten Parsen, Ariman,
Zaar Guelf der Große bey den Reussen;)
Lag auf den Tod am Magenkrampf
... weiterlesen


Der junge Zeisig

Ein Zeisig, goldgelb von Gefieder,
Gemischt mit heiterm Apfelgrün,
War, als der jüngste seiner Brüder,
Der sanften Mutter Benjamin,
Die, wie man denkt, ihn baß ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Maulwurf

Einst fand ein Maulwurf eine Brille,
Die eine fahrende Sibylle
Aus ihrem Zauberbuch verlor.
Er pflanzt sie rüstig auf die Nase
Und sah gerade – was zuvor.
Pfuy, ... weiterlesen


Die Bill

Einst fiel dem Löwen ein, es wäre
Doch gegen eines Königs Ehre
Und gegen das Jus publicum,
Daß er sich selbst sein Futter schaffe.
Sein weises Ministerium,
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Lohn des Helden

Einst fiel der Leu, der auf der Jagd
Zu tief sich in das Holz gewagt,
Zween Tiegern in die Pranken.
Gewaltig war sein Widerstand;
Allein erschöpft und übermannt
... weiterlesen


Der Lohn des Helden

Einst fiel der Leu, der auf der Jagd
Zu tief sich in das Holz gewagt,
Zwei Tigern in die Pranken.
Gewaltig war sein Widerstand;
Allein erschöpft und übermannt
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Marder

Einst ließ der Thiere Grossultan,
Wie es schon oft sich zugetragen,
Durch das Geschrey von einem Hahn,
Sich wie ein feiger Hase jagen.
Die Thiere, die ihn laufen sahn,
... weiterlesen


Der Marder

Einst ließ der Tiere Großsultan,
Wie es schon oft sich zugetragen,
Durch das Geschrei von einem Hahn
Sich wie ein feiger Hase jagen.
Die Tiere, die ihn laufen sahn,
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Wundermantel

Elisa starb: kein Testament
Vergab ihr Gut. Der Präsident
Von Salem kam mit vier Gesellen,
Das Inventarium zu stellen.
Kurz wars. Ein Mantel und ein Rock,
Ein ... weiterlesen


Vorsichtsmaßregel

Erreicht mein Fuß einst auf dem schmalen Stege
Das Paradies, so frag ich an der Tür:
Gibts Revolutionen hier?
Und sagt der Pförtner, ja, so geh ich meiner Wege.


Der Nebelstern

Erst nach Aeonen fällt das Licht
Des Nebelsterns aus dunkler Ferne
Blaß auf den Erdball. Gleichst du nicht,
O Wahrheit! einem Nebelsterne?


Der Goldfasan

Es war einst eine Hungersnot
im Tierreich; alles schrie nach Brot.
Ein Goldfasan schlich matt und schwer
und ächzend durch den Hain daher.

Ihm sah ein Specht von ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der tolle Hund

Flieht, Leute, flieht den tollen Hund!
So rief zu Neros Zeit ein Rudel blasser Jungen,
Die mit genauer Noth des Unthiers Wuth entsprungen.
Die Warnung flog von Mund zu Mund
... weiterlesen


Frage und Antwort

FRAGE Ich bin der Autor des Gedichts.
Nun sagen Sie mir frei,
Was dachten Sie dabei?

ANTWORT Ich dachte, was der Autor... Nichts!


Poetische Versuche III Spatzierlied

für die Jugend.

Singt, Brüder, beym Spatzierengehn
Die Feste der Natur.
Wie groß ist Gott, und o wie schön
Ist er auf dieser Flur!

Der Winter ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Uhu und die Fledermaus

Gehüllt in seinen krausen Schleyer
Saß einst auf seinem Klosterdach
Ein Uhu, sann in stiller Feyer
Der Quadratur des Zirkels nach,
Und orgelte mit dumpfer Kehle
... weiterlesen


Auf Germans Grab

German ruht unter diesem Steine.
Der treue Patriot
Trank sich in lauter deutschem Weine
Auf Deutschlands Wohl zu tod.


Poetische Versuche I Apotheose

Gorgon, ein kritischer Despot,
Verstarb an einem Gallenfieber.
Er fuhr den Acheron hinüber
Und nahte sich dem Höllengott
Mit einer hämisch wilden Miene,
Wie ein ... weiterlesen


Apotheose

Gorgor, ein britischer Despot,
Verstarb an einem Gallenfieber.
Er fuhr den Acheron hinüber
Und nahte sich dem Höllengott
Mit einer hämisch wilden Miene,
Wie ein ... weiterlesen


Poetische Versuche III Ludwig von Burgund

Heil dem Fürsten, der die Menschheit schäzt,
Der sein höchstes Glück in weise Milde
Und in väterliches Wohlthun setzt.
Ihn gebahr nach Gottes Ebenbilde
Seine Tochter, ... weiterlesen


Parallele

Hört auf, des Muselmanns Barmherzigkeit,
Der ein Spital für Hunde baut, zu preisen.
Ein Christen-Fürst tut mehr: der läßt sie jederzeit
Weit besser noch als seine Krieger speisen.


Asinius

Hört auf, mir den Asinius
In seinen Liedern auszulachen.
Der Hunger peinigt ihn; er muß
Bei Todesstrafe Verse machen.


Der Schöngeist

Ich bin ein Schöngeist, sagt Callist.
Schön ist er, das ist wahr,
Allein wie alle Geister ist
Auch seiner - unsichtbar.


Das neue Jahrhundert

Ich sah auf einem Feld, das um und um
Frisch umgepflüget war, das neue Säkulum.
An seinem Gürtel hing ein Rosenkranz von Kronen,
Indes aus seiner vollen Hand
Ein ... weiterlesen


Poetische Versuche III Nänie

Ihr schattichten Gebüsche
Vernehmt mein Angstgeschrey!
Auch ihr, ihr stummen Fische
Stimmt meinen Seufzern bey!
Beweint in bittern Klagen
Des Schicksals ... weiterlesen


Poetische Versuche III Lied eines Neger-Sklaven

im Anfang des nordamerikanischen Krieges.

Wohl dir, liebes Afrika!
Nun behältst du deine Kinder;
Schon verkauft Germania
Seine Söhne, wie die Rinder!

... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Schatz

Im fernen Königreich Leon
Liegt eine Wunderhöhle,
Von der man tausend Jahre schon
Erzählt was ich erzähle.
Es heißt: ein Zauberer verschloß
Einst einen Schatz ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Prinz und sein Hofmeiste

Im kühlen Park saß Prinz Porphyr
Mit seinem Mentor einst nach Tische
Und gähnte recht nach Standsgebühr;
Als aus dem duftenden Gebüsche
Das Lied der Nachtigall ... weiterlesen


Poetische Versuche II Odoard und Isabelle

Im Land der Allobrogen
Lebt Fräulein Isabell:
Sie schoss mit Pfeil und Bogen
So gut als Wilhelm Tell:
War jung und schön, doch spröde
Und kalt für Lieb und ... weiterlesen


Auf Radulfs Grab

In dieser Marmorgruft
Verwesen Radulfs kalte Reste;
Er war Minister, sonst verweste
Er in der freien Luft.


Der Fischer, der Aal und die Schlange

In einem Garne trug ein Fischer einen Aal
Nach Rom zu Markt und stieß auf seinem Gange,
Es war in einem engen Tal,
Auf eine fürchterliche Schlange;
Sie lag und wärmte ... weiterlesen


Der Fischer, der Aal und die Schlange

In einem Garne trug ein Fischer einen Aal
Nach Rom zu Markt und stieß auf seinem Gange,
Es war in einem engen Tal,
Auf eine fürchterliche Schlange;
Sie lag und wärmte sich ... weiterlesen


Der Regent

In einem Polsterstuhle dehnte
Ein Hofnarr einst sich aus und gähnte;
Zum Unglück kam sein Fürst dazu
Geführt, wie immer, vom Veziere.
Ei, rief er, Kerl, was treibest ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Löwin und der Hund

In einem Wald bey Trankebar
Kam eine Löwin in die Wochen,
Die, selbst aus Feindes Mund gesprochen,
Ein Muster jeder Tugend war.
Doch ach! schon in den ersten Tagen
... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Kirchenvereinigung

In einer griechischen Abtey
Am Fuß des hohen Tabors, nährte
Der Prior einen Papagey,
Den er das Ave singen lehrte.
Er sang die Hymne so geschickt,
Daß ihn das ... weiterlesen


Der Köhler

In einer großen Hungersnot
Saß einst ein Köhler in dem Kreise
Der Seinen um ein Haberbrot
Und eine Tracht gebratner Mäuse.
Sein Fürst verlor sich auf der Jagd
... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Köhler

In einer großen Hungersnoth
Saß einst ein Köhler in dem Kreise
Der Seinen um ein Haberbrod
Und eine Tracht gebratner Mäuse.
Sein Fürst verlor sich auf der Jagd
... weiterlesen


Der Fischteich

In einer Residenz erschien
Ein alter Philosoph. Man führte
In des Monarchen Garten ihn,
Den ein belebter Fischteich zierte.
Hier nahm er eine rege Schar
Von ... weiterlesen


Der große Christoph

In einer strengen Kinderlehre
Ward eine dicke Bauernmagd
Vom alten Dorfkaplan gefragt,
Wer doch der große Christoph wäre.
Das Mensch war schüchtern oder dumm,
... weiterlesen


Das Brautbett

In eines Abts Gebiet am Rhein
Kam jüngst ein Mönch in eine Bauerhütte,
Um, nach der Kirche frommer Sitte,
Für die Gebühr ein Brautbett einzuweihn.
Der Pater sieht ... weiterlesen


Der Apfelbaum

In eines Bauers Garten stand
Ein schöner Apfelbaum; doch neigten Hang und Winde
Und Alter ihn zu weit nach linker Hand.
Der Bauer sahs; berief sein Hausgesinde,
Und hielt ... weiterlesen


Grabschrift eines Fechtmeisters

In ihm erlosch ein großes Licht
Der Kunst, die Fuchtel zu regieren;
Nur einen Kniff verstand er nicht:
Des Todes Sense zu parieren.


Die Bärin

In Samogitien genas
Der Ehschatz eines edeln Bären,
Der mit im Parlamente saß,
Von einem Sohn. Die Jäger lehren:
Ein Bär, der aus der Mutter Schoß
... weiterlesen


Fragment einer Kapuzinerpredigt

Ja glaubet mir, ihr meine lieben Brüder,
Ein leerer Traum ist unsers Lebens Lauf.
Gesund und frisch legt ihr des Nachts euch nieder,
Und mausetot steht ihr des Morgens auf.


Das Kind

Jüngst fragte Lischen ganz vertraut,
Mama, wenn werd ich einmal Braut?
Ich möcht es gerne wissen,
Denn eine Braut darf küssen.
Sobald du fünfzehn Sommer hast,
... weiterlesen


Beweis von hintenher

Jüngst rühmte sich der Arzt Rhabarbarin,
Ich sei durch ihn von Gicht und Pest genesen.
Die Probe, daß er nie mein Arzt gewesen,
Ist, weil ich noch am Leben bin.


Poetische Versuche II Der Schmetterling und der Ra

Kaum hatte Florens Zauberring
Der Tellus kalten Schooß berühret
Und ihn mit Blumen ausgezieret,
So schwung ein junger Schmetterling
Die blaugezackten Silberflügel
... weiterlesen


Servil

Kaum sah man den Servil in einem Amte prangen,
So wünscht ihm jeder Glück. Mit lächelndem Gesicht
Schwur er: Gott weiß, ich bin dem Dienst nicht nachgegangen!
Er hatte Recht ... weiterlesen


Poetische Versuche III Servil

Kaum sah man den Servil mit seinem Amte prangen,
So wünscht ihm jeder Glück. Mit lächelndem Gesicht
Schwur er: »Gott weiß, ich bin dem Dienst nicht nachgegangen!«
Nein, ... weiterlesen


Der Hauswächter

Kunz nahm zu seines Hofes Wächter
Sich einen jungen Pommer an.
Sein Weib nahm einen jungen Pächter,
Aus andern Gründen zum Galan.

Einst brach ein Dieb in seine ... weiterlesen


Der mütterliche Rat

Kunz wirbt um dich, nimm ihn Rebekke!
Wer, ich? den kleinen Knopf!
Je, Närrchen, besser eine Schnecke,
Als gar kein Fleisch im Topf.


Der Trost

Man spielte Passion nach unsrer Ahnen Weise.
Ein Feind des Christus blies, als Kriegsknecht, seinen Spott
In derben Schlägen aus. Geduld! sprach jener leise,
Ich bin, Gottlob! ... weiterlesen


Der Doktorhut

Man weihet heute Ralph, den Gecken,
Durch Ring und Hut zum Doktor ein.
Wie groß muß nicht der Deckel sein,
Um seine Ohren zu verstecken!


Poetische Versuche I Der Reichstag

Matz, der Affen Großherr, kam
Durch den Schlag um alle Kräfte;
Sein Gehirn verlor die Säfte,
Arm und Beine wurden lahm.

Arzt und Henker pfuschten zwar,
... weiterlesen


Minerva’s Vogel

Minerva’s Vogel bot der Schar
Der klösterlichen Eulen,
Als Vetter, an, vom alten Star
Der Lichtscheu sie zu heilen.
Allein die Basen legten ihn,
Um ihren Star zu ... weiterlesen


Schach Abbas

Mit seinem Hofgesinde jagte
Schach Abbas einst. So heiß es war,
So bot sich doch kein Brunnquell dar,
Den Durst zu löschen, der ihn plagte.
Jetzt nahm er einen Garten ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Colonie

Nach Abdera kam einst vom Strand
Des Nils ein Haufe Colonisten.
Sie setzten sich in öde Wüsten
Und schufen sie zum Weizenland.
Das Ding gefiel den Abderiten
Und ... weiterlesen


Circe

Nach des Ulysses Koch und Räten
Berührte Circens Wunderstab
Zuletzt auch seinen Hofpoeten,
Dem er die freie Tafel gab.
Er fleht; allein da half kein Flehen:
Werd ... weiterlesen


Die Schöpfer

Nach seinem Bild schuf Gottes Kraft
Den Menschen. Jetzt vergilt
Der Mensch die Arbeit ihm; er schafft
Sich Gott nach seinem Bild.


Poetische Versuche I Die Schnepfe

Nicht wahr, das ist ein Königsfras?
Sprach Junker Hans beym Vogelstellen
Zu seinem edeln Weidgesellen,
Der mit ihm auf bethautem Gras
Ein paar gebratne Schnepfen as.
... weiterlesen


Pastor Duns

Nur dreimal kräht der Hahn und stracks erwacht Sankt Peter,
Der schwere Sünder, auf sein Schrein.
Zwo ganze Stunden kräht Herr Duns, der Bußtrompeter,
Und alle Sünder schlafen ein.


Das langsame Gift

O! glaubt nur, sprach ein Arzt mit einem ernsten Winke
Zum alten Zecher Veit, o! glaubt mir, laßt den Wein:
Er ist ein langsam Gift. - Ja, langsam muß es sein,
Versetzt er, ... weiterlesen


Balb

Schweig, sprach Mama zum dummen Balb.
Du bist und bleibst ein wahres Kalb!
Ach Gott! rief er ihr ängstlich zu,
War meine Mutter eine Kuh?


Der Bürge

Stellt einen Bürgen mir, so borg ich nach Verlangen
Dreihundert Taler Euch, sprach Ralph zu Nachbar Klaus.
Den hätt ich, lieber Herr! Allein, rief dieser aus,
Zum Unglück wird ... weiterlesen


Der Pfeffelsruhm

Tincturian, der After-Aeskulap,
Versäumet seine Patienten
Und schmiert ein Buch. Lobt ihn, Ihr Rezensenten,
Denn täglich nimmt die Zahl der Toten ab.


Gerond

Um Chloen warb Gerond der Idiot,
Er, der sein Alter stets verborgen.
Sie haben sechzig Jahr, sprach sie. Behüte Gott!
Erwidert er, erst übermorgen.


Das Duell

Um eine Ziege balgten sich
Zwei Böcke, warm von Herz und Stirne.
Der Kampf war lang und fürchterlich.
Zum Glück erschien zuletzt die Dirne
Und rief: Ihr Herren, haltet ... weiterlesen


Poetische Versuche II Mahomet

Um seine Sendung zu belegen,
Versprach Apostel Mahomet
Einst einen Hügel zu bewegen.
Er rief mit ernster Majestät
Den Berg herbey; der Berg blieb stehen:
... weiterlesen


Der Rat

Uns frieret, und das Holz auch in unserm Hain,
So klagten die Musen, wird teurer.
Heizt, sprach Apoll, mit deutschen Romanen ein,
So habt ihr ein ewiges Feuer.


Poetische Versuche II Die Quaterne

Vom Lottodämon hart geplagt,
Beschlossen vier Pariser Damen,
Die niemals den Gewinnst bekamen,
Dem sie schon lange nachgejagt,
Den Aberwitz um Rath zu fragen.
Das ... weiterlesen


Poetische Versuche II Der Knabe und der Hund

Von einem Hund geleitet, schlich
Ein blinder Greis an seinem Stabe
Durch eine Stadt. Ein frecher Knabe,
Der Spitzbarts Israelchen glich,
Schnitt, um sich einen Spaß zu ... weiterlesen


Der Retter

Von einem Weih verfolgt entrann
Ein Haselhuhn in eine Höhle;
Da sprang ein schlimmerer Tyrann,
Ein rascher Fuchs, ihm an die Kehle.

Doch schnell macht es ein ... weiterlesen


Poetische Versuche I Der Rosskäfer

Von Helden, Schlachten und Turnieren
Weist du so vieles anzuführen;
Warst du denn immer vorne dran?
So redete mit heiserm Blöcken
Am Hof des Ritters Hadrian,
(Es ... weiterlesen


Poetische Versuche II Jost

Von seinem milden Landesvater
Durch Frohnen abgezehrt, lag Jost
Auf faulem Moos. Ein frommer Pater
Gab in dem letzten Kampf ihm Trost:
Bald, sprach er, wird euch Gott ... weiterlesen


Jost

Von seinem milden Landesvater
Durch Fronen abgezehrt, lag Jost
Auf faulem Moos. Ein frommer Pater
Gab in dem letzten Kampf ihm Trost:
Bald, sprach er, wird euch Gott ... weiterlesen


Der Wetterfrosch

Vor Julchens offnem Fenster saß,
In düstern Gram gehüllt,
Ein grüner Frosch in einem Glas,
Mit Wasser angefüllt.

In einem Bauer nah dabei
Hing ein ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Maskerade

Vor Zeiten als der Russe noch
Vor seinem geistlichen Monarchen,
Wie vor dem Zaar, im Staube kroch,
Sah man den neuen Patriarchen
Auf einer sanften Eselin,
Umringt ... weiterlesen


Auf einen Professor der ästhetik

Vortrefflich trägt Callist das Wesen
Des Schönen auf dem Lehrstuhl vor!
Auch mag von seinem Schülerchor
Nicht einer seine Werke lesen.


Poetische Versuche II Die Sonnenuhr

Was mag die Glocke seyn? Geh, sieh doch, Schwager,
Im Garten auf die Sonnenuhr!
Sprach Junker Haus auf seinem Krankenlager
Zu seinem ländlichen Merkur.

Lips geht, ... weiterlesen


Cicero und Demosthenes

Wenn Cicero von der Tribüne stieg,
Rief alles Volk entzückt: Kein Sterblicher spricht schöner.
Entstieg ihr Demosthen, so riefen die Athener:
Krieg gegen Philipp, Krieg!


Der Sittenspruch

Wer keine Krammets Vögel hat
Speist Amseln, sagt Sankt Paul,
Sprach Pater Theodat,
Um die Begnügsamkeit den Bauern einzuschlegeln.
Wo steht der Spruch Sankt Pauls? Frug ... weiterlesen


Das höfliche Bauernmädchen

Wie heißt das sechste der Gebote?
So fragte jüngst beim Kirchenunterricht
Ignaz, der finstre Dorfzelote,
Ein kleines artiges Gesicht.
Die Antwort war: Ihr sollt nicht ... weiterlesen


Poetische Versuche II Gretchen

Wie, liebes Mädchen, so allein
Versenkt in stille Klage!
Was führt dich in den öden Hayn
An Gottes Feyertage?

O, fragt nicht, guter Pilgersmann,
Fragt ... weiterlesen


Poetische Versuche III Trost im Unglück

Wo bin ich? ist die Welt vor mir verschwunden?
Wie? oder hält der Abgrund mich gebunden?
O Sonne! warum ziehst du deine Blicke
              ... weiterlesen


Der Marktschreier

Zu einem Bucklichten kam einst ein Wundermann:
Ihr wärt, sprach er zu ihm, auf unsrer Hemisphäre
Der schönste Kavalier, wenn nicht der Höcker wäre,
Der euch entstellt, und ... weiterlesen


Der Ableiter

Zu einem Mann, der Wetterstangen
Auf Häuser pflanzt, kam ein Rekrut
Mit blauem Wams und kleinem Hut,
Pudriertem Haar und hohlen Wangen:
Ableiter macht Ihr für den ... weiterlesen


Der gute Fürst

Zum Beweis, sprach Claudius der Gute,
Daß ich meines Volkes Vater bin,
Leg ich mein Fürstenzepter hin
Und gebrauche künftig nur die Rute.


Der Dachs

Zum Löwen sprach der Dachs: »Herr König, gib mir auch
Ein Amt an deinem Hof.« »Empfehlen dich Talente?«
Versetzte der Monarch. »Sire«, sprach der Prätendente,
»Ein ... weiterlesen


Der Maler

Zur Zeit Aesops, da bei dem Vieh
Vernunft und Witz alltäglich waren,
So wie vor etwa zwanzig Jahren
Bei Deutschlands Söhnen das Genie,
Kam eines Tags von fernen ... weiterlesen


Poetische Versuche II Die Wallfahrt

Zween Pilger wallten einst nach Rom,
Um sich in dem Sanct Peters-Dohm
Mit Jubelablaß zu versorgen.
Sie hatten, bettelarm am Geist
Und Beutel, Welschland halb ... weiterlesen


Die beiden Bauern

Zwei Bauern, Hein und Kilian,
die nachbarlich zu Markte stiegen,
durchstrichen einen Wald.  Hein ging voran.
Jetzt sah er einen Sack mit Geld im Grase liegen.
... weiterlesen


Die beiden Griechen

Zwei Griechen, welche durch das Band
Der Sympathie verbrüdert waren,
Verließen jung ihr Vaterland
Und suchten Glück bei den Barbaren.
Das Schicksal trennte sie: ... weiterlesen


Die beiden Kahlköpfe

Zwei Wanderer, beinahe kahl,
Entdeckten einst im Gras ein buntes Futteral.
Sie fielen beide drauf; ein jeder sucht die Beute
Dem andern zu entziehn. Es kam zum harten Strauß.
... weiterlesen


Toms und Till

Zwei Zecher stritten sich. Toms konnte kaum mehr stehn,
Und blößte doch sein Schwert, den Gegner aufzureiben.
Ich oder du, rief er, muß auf dem Platze bleiben.
Wohlan, sprach ... weiterlesen


Der tolle Hund

»Flieht, Leute, flieht den tollen Hund!«
So rief zu Neros Zeit ein Rudel blasser Jungen,
Die mit genauer Not des Untiers Wut entsprungen.
Die Warnung floh von Mund zu Mund
... weiterlesen


Die Tabakspfeife

»Gott grüß Euch, Alter! - Schmeckt das Pfeifchen?
Weist her! - Ein Blumentopf
Von rotem Ton, mit goldnen Reifchen? -
Was wollt Ihr für den Kopf?«

»O Herr, ... weiterlesen


Poetische Versuche I Die Tobakspfeife

»Gott grüß euch, Alter! – schmeckt das Pfeifchen?
Weißt her! – Ein Blumentopf
Von rothem Thon, mit goldnen Reifchen! –
Was wollt ihr für den Kopf?«

... weiterlesen


Poetische Versuche III Hebe

»Pfui Kind! rief Muhme Sylvia,
Als sie beym Sternenschein
Iüngst den Florin mich küßen sah,
Laß diesen Unfug seyn.

Wenn dich nur einmahl noch Florin
... weiterlesen


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